Berlins erste Siedler – So fing alles an

Vor rund 18.000 Jahren schmolz das Eis der letzten Eiszeit und Berlins erste Siedler kamen ins Berliner Urstromtal. Ein sandig – mooriges Tal mit etwa 100 m hohen Rändern aus Geschiebemergel.

Das Berliner Urstromtal nach der letzten Eiszeit
Das Berliner Urstromtal nach der letzten Eiszeit

Während der Steinzeit zogen die Menschen in kleinen Gruppen durch die Wälder und jagten Elche.  Auf der nörlichen Barnim-Hochfläche (im heutigen Marzahn) fand man 10000 Jahre alte Werkzeuge. In der Bronzezeit entstanden Fischerdörfer an Havel, Spree und den vielen Seen.  Im Verlauf der Eisenzeit bekamen Berlins erste Siedler Rüstungen und Waffen.

Albrecht der Bär beendet die Kriegerischen Zeiten

Semnonenlager am Müggelsee - Gemälde von Carl Blechen (1828)
Semnonenlager am Müggelsee – Gemälde von Carl Blechen (1828)

Vor etwa zweieinhalbtausend Jahren lebten germanische Stämme in der Region – vorwiegend Semnonen. Vermutlich lebten sie mit den Römern, in Freundschaft, da ab und zu römische Kaufleute Waren verkauften. Die Via imperii – eine wichtige Handelstraße –  führte hier an einer Stelle über die Spree-Sümpfe.  An dieser Furt entstand später Berlin. Als ein paar Hundert Jahre nach Christus wilde Hunnen plündernd vorbei kamen, zogen die meisten Germanen in Richtung Oberrhein und Schwaben weiter. In diesen Kriegszeiten – vor etwa dreizehnnundert Jahren – kamen slawische Völker in das leer werdende Gebiet.

Slawenburg um 900 n. Chr
Slawenburg um 900 n. Chr

Die Heveller bauten Burgwälle an der Havel in Brandenburg und Spandau.  Der Hauptsitz der Sprewanen war die Köpenicker Schlossinsel an der Spree. Im Winter 928/929 konnte der Sachsen-König Heinrich I. (der Vogler) die Brandenburg erobern und sein Sohn Otto I. (der Große) teilte das Gebiet in die Nordmark und die Mark Lausitz. Von da an kämpften deutsche Adlige über 200 Jahre gegen die Slawen, die sich erbittert gegen die deutsche Herrschaft und die Christianisierung wehrten.

Berlins erste Siedler - Die Region um 1000 n. Chr
Berlins erste Siedler – Die Region um 1000 n. Chr

Im Sommer 1157 gewann Albrecht der Bär endgültig gegen den Sprewanenfürst Jaxa von Köpenick. Albrecht und seine Nachkommen gründeten weitere Dörfer, in denen Bauern und einfache Landarbeiter (Kossäten) lebten. Die slawischen (Wendischen) Fischer und Zeidler (Honigsammler) blieben in geschlossenen Kietzen unter sich. Als die adligen Ritter den alten Fernhandelsweg von Magdeburg nach Oderberg über die Furt umleiteten, kamen noch mehr Kaufleute in die Region. Das brachte dem dünn besiedelten ländlichen Durchgangsland den Aufschwung.

Cölln und Berlin – zwei kleine Marktorte an der Spree

Immer mehr Handwerker und Kaufleute zogen in die Region, um sich im wilden Osten eine neue Existenz aufzubauen.  Sie bauten an beiden Ufern der Spree-Furt Marktorte. Auf der Spreeinsel (Fischerinsel) entstand Cölln und auf der gegenüberliegenden rechten Uferseite Berlin.

Kloeden Plan Berlin um 1230
Das Zentrum von Cölln war die damalige Petrikirche am jetzigen Petriplatz an der Scharrenstraße.

Der Mittelpunkt der Schwesterstadt Berlin war die Nikolaikirche im heutigen Nikolaiviertel.

Die Urenkel von Albrecht dem Bären – die Brüder Johann I. und Otto der Fromme – verliehen beiden Orten im frühen Mittelalter (um 1250 nach Christus)  die Stadtrechte.

Berliner Stadtgründung: Die Markgrafenbrüder Johann I. und Otto III. - Denkmal von Max Baumbach in der Zitadelle Spandau - fotografiert von Ulrich Waack
Berliner Stadtgründung: Die Markgrafenbrüder Johann I. und Otto III. – Denkmal von Max Baumbach in der Zitadelle Spandau – fotografiert von Ulrich Waack

Stadtluft macht frei – Die Städter durften Grund besitzen und ihren Besitz vererben. Dies galt auch für Bauern, die aus den Dörfern in die Stadt zogen. Die Folge war ein Bauboom. Die Bürger bauten den Mühlendamm, an dem die Spree gestaut und Wassermühlen errichtet wurden. Bald enstanden eine zweite Verbindungstraße – die lange Brücke – und ein gemeinsames Rathaus. Mitte des 13. Jahrhunderts hatten die Städte eine gemeinsame Stadtmauer.

Reste der alten Berliner Stadtmauer in der Littenstraße zwischen Klosterkirche und Stralauer Tor
Reste der alten Berliner Stadtmauer in der Littenstraße zwischen Klosterkirche und Stralauer Tor

Die Schwesterorte werden Handels- und Residenzstädte

Die Askanier erliessen den Kaufleuten Zölle und erteilten Berlin Münzrecht. So kurbelten den Aufschwung in Berlin und Cölln weiter an. Auf dem Fisch- und dem Molkenmarkt wurde eifrig gehandelt: Tuch aus Flandern, Salz aus Halle, Hering von der Ostsee, Felle aus Russland sowie Holz und Roggen aus den umliegenden Dörfern. Franziskaner – und Dominikanermönche bauten Kirchen und Klöster. Immer mehr Arme und Hilfsbedürftige strömten in die Städte und so wurde am Spandauer Tor das erste Heilig-Geist-Spital errichtet.

Nach den Askaniern übernahmen die brandenburgischen Kurfürsten  (Hohenzollern) die Macht. Sie bauten sich prunkvolle Schlösser und machten die Städte politisch bedeutend – die Bürger verloren zunehmend ihre Freiheiten.

Grundriß der beiden kurfürstlichen Residenzstädte Berlin und Cölln um 1652 - von Johann Gregor Memhardt
Grundriß der beiden kurfürstlichen Residenzstädte Berlin und Cölln um 1652 – von Johann Gregor Memhardt
Als Friedrich I. 1709 preußischer König wird, fasste er die Städte Berlin und Cölln sowie die umliegenden Orte Friedrichswerder, Dorotheenstadt, Friedrichstadt und Neucölln am Wasser zur einer Hauptstadt zusammen – Berlin.

Mehr über Berlins erste Siedler und die Gründung der Stadt

Das Neue Museum auf der Museumsinsel informiert im Rundgang „Steinzeit – Eisenzeit – Bronzezeit„ über Ausgrabungen und Funde im Berliner Raum.

Das Archäologisches Landesmuseum Brandenburg in Brandenburg an der Havel zeigt die frühe Kulturgeschichte in einer  Dauerausstellung.

Astrid Kuckartz schreibt in Ihrem Blog Berlin S 59 ausführlich über die frühe Besiedlung.

Beate Schubert von der Arbeitsgemeinschaft zur Wiedergewinnung des historischen Stadtkerns veröffentlicht auf Ihrer Webseite frühe Stadtpläne. 

Der Spiegel schreibt im März 2012 einen Artikel über Berlins vergessene Hälfte

Ein neues Stadtviertel in Mitte – die Europacity entsteht

Nördlich des Berliner Hauptbahnhofs ensteht Europacity – ein neues Stadtquartier. Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen hat das Bauprojekt „Masterplan Berlin Heidestraße“  auf ihrer Webseite detailliert beschrieben.
Das Gebiet rund um die Heidstraße ist ein ehemaliger Mauerstreifen zwischen Ost- und Westberlin – derzeit ein Gewerbegebiet mit einem Containerbahnhof und Lagerhallen. Auf einem etwa  40 Hektar großen Areal zwischen Nordhafen, Heidestraße und Humboldthafen sollen Wohnungen gebaut und Räume für Büros und Läden entstehen.

Aufschwung und Fall der Heidestraße

Anfang des 18. Jahrhunderts lag das Areal noch ausserhalb der Stadtgrenzen. Das Militär übte hier auf Exerzierplätze und betrieb einige Kasernengebäude.  Zu Beginn des 19 Jahrunderts wurden Karl Friedrich Schinkel und Peter Joseph Lenné mit der Erstellung von Humbold – und Nordhafen beaufragt. Durch den folgenden Aufschwung der Eisenbahn entstanden der Hamburger Bahnhof, der Lehrter Bahnhof und die Trasse der Berliner Stadtbahn. Die Heidestraße wurde ein wichtiger Kreuzungs- und Umsteigepunkt in der Stadt. Die angrenzenden Orte Moabit und Wedding verwandelten sich  dicht besiedelte Stadtteile. Gegen Ende des zweiten Weltkrieges wurde alles schwer zerstört und der Bau der Berliner Mauer brachte den Rest – das Areal wurde zur unbedeutenden Randlage.

Eine Europacity – viele Baupläne

Im Sommer 2006 begann man mit den ersten Planungen und  2009 wurde vom Senat ein Masterplan beschlossen, der die groben Ziele beschreibt. Die Eigentümer der Grundstücke sind die CA Immo und die Deutsche Bahn AG.  Sie managen die Planung und wollen in  zehn bis fünfzehn Jahren fertig sein.

B-Plan II-201c (direkt am Hauptbahnhof)

Berlin - Bauprojekt Europacity am Hauptbahnhof
Berlin – Bauprojekt Europacity am Hauptbahnhof

Laut diesem Plan wird der Europaplatz vor dem neuen Hauptbahnhof über die Invalidenstraße erweitert und soll dem Bahnhof ein großstädtisches Flair geben. Eine TRAM-Station ist bereits in Betrieb. Insgesamt sollen drei Hochhäuser entstehen. Das erste, die Deutschlandzentrale des Mineralölkonzerns TOTAL wurde 2012  fertig gestellt – der Tour Total am neuen Europaplatz.

Bauprojekt Europacity - Blick auf den Total-Tower
Bauprojekt Europacity – Blick auf den Total-Tower
Bauprojekt Europacity - Am Hauptbahnhof im Januar 2017
Bauprojekt Europacity – Am Hauptbahnhof im Januar 2017

Gleich neben dem erweiterten Europaplatz liegt das Museum für Gegenwart, der Hamburger Bahnhof. Hier entsteht ein Kunst- Campus mit Galerien, Ateliers und neuen Wohngebieten.

B-Plan 1-62a (westliche Heidestraße)

Bauprojekt Europacity - Blick auf die Baustelle von der Fennbrücke aus
Bauprojekt Europacity – Blick auf die Baustelle von der Fennbrücke aus

Dieser Plan beschreibt die Absichten auf dem ehemaligen Bahnareal. Hier sollen Wohn- und Bürogebäude, öffentliche Straßen, Plätze, Grünflächen und ein Nahversorgungszentrum gebaut werden. An der Lehrter Straße baut die Groth Gruppe Eigentumswohnungen. Wer das nötige Kleingeld (300.000 – 500.000 EUR ) hat, kann sich dort eine Wohnung kaufen. Vor allen 2 bis 3 Zimmer-Wohnungen sind noch zu haben.

Bauprojekt Europacity - Wohnungsbau an der Lehrter Straße
Bauprojekt Europacity – Wohnungsbau an der Lehrter Straße

Die Freiraumplanung

Die Parks und Grünflächen der neuen Europa-City sollen später vom Berliner Landschaftsarchitekekturbüro relais gestaltet werden, die beim Realisierungswettbewerb 2011 den 1. Preis gewonnen haben.

 

mehr darüber

Glaskubus und Turm für den Hauptbahnhof, Artikel aus dem Tagesspiegel vom 6.12.2016

Europacity: Ein neuer Stadtteil entsteht, Bericht rbb24 vom 27.12.2016

Christmas Garden im Botanischen Garten

An einem eiskalten verschneiten Winterabend haben meine Freundin und ich uns einen Spaziergang durch den bunt leuchtenden Christmas Garden im Botanischen Garten gegönnt. Der Bus M48 (Richtung Zehlendorf) hält direkt vor dem Eingang „Unter den Eichen“.

Vom 17. November bis zum 08. Januar war der Park abends ab 17:00 Uhr geöffnet. Die Außenanlagen des botanischen Gartens wurden mit über einer Million Lichtpunkten, tausenden Lichterketten und leuchtenden 3D-Figuren illuminiert. Veranstalter des weihnachtliche Events war die Concert Concept Veranstaltungs-GmbH in Berlin. Das Licht-Design und die technische Umsetzung übernahm die Firma Hans Boehlke  aus Berlin-Reinickendorf.

Christmas Garden - Eingang zum botanischen Garten - Unter den Eichen
Christmas Garden – Eingang zum botanischen Garten – Unter den Eichen

Gleich hinter dem Eingang begann ein etwa anderthalb Kilometer langer Rundgang. Dank gezielter Absperrungen wurde man perfekt geführt und konnte sich nicht verlaufen. 🙂

Christmas Garden - Lageplan
Christmas Garden – Lageplan

Zuerst wurde man – vorbei an Himmelsleuchten und der Allee der Kirschen – zur Futterkrippe geführt. Direkt vor den Gewächshäusern gab es einige Buden mit typisch weihnachtlichen Leckereien: Glühwein & Kinderpunsch, Tee, Bratwurst und Crepes. Etwas versteckter lag die Eisscholle, eine kleine Eisbahn mit einen Schlittschuhverleih.

Christmas Garden - Himmelsleuchte vor der Allee der Kirschen
Christmas Garden – Himmelsleuchte vor der Allee der Kirschen
Christmas Garden - Allee der Kirschen
Christmas Garden – Allee der Kirschen
Christmas Garden - Himmelsleuchten
Christmas Garden – Himmelsleuchten

Wir haben uns mit einem Glühwein an den rustikalen Feuerschalen aufgewärmt und die Aussicht auf den Glühwürmchengarten genossen.

Christmas Garden - Aussicht auf den Glühwürmchengarten
Christmas Garden – Aussicht auf den Glühwürmchengarten
Christmas Garden - Leuchtkugel im Glühwürmchengarten
Christmas Garden – Leuchtkugel im Glühwürmchengarten

Aufgewärmt und neugierig sind wir weiter durch die Winterwelt und haben uns von den wunderschönen Illuminationen verzaubern lassen.

Christmas Garden – Naturgewalt im Lichterglanz
Christmas Garden – Naturgewalt im Lichterglanz
Christmas Garden – Graffitis-X-mas
Christmas Garden – Graffitis-X-mas
Christmas Garden – Zauberwald
Christmas Garden – Zauberwald
Christmas Garden – Rudolph und seine Freunde
Christmas Garden – Rudolph und seine Freunde
Christmas Garden - Eisrosenteich
Christmas Garden – Eisrosenteich

Die Idee kommt aus London, wo der königliche Botanische Garten (Royal Botanic Garden in Kew ) schon seit einigen Jahren zur Weihnachtszeit beleuchtet wird.

Fazit: Nicht gerade günstig (€ 19,-) aber es lohnt sich. Den Christmas Garden  besser nach Weihnachten und Silvester besuchen. Dann ist es nicht so voll und oft auch nicht regnerisch 🙂

Die Gedenkstätte Berliner Mauer in der Bernauer Straße

Im Kiezdreieck Wedding, Gesundbrunnen und Mitte befindet sich die Gedenkstätte Berliner Mauer. Sie verläuft über 1,4 km entlang der Bernauer Straße. Eine Straßenseite lag im Ostteil und die andere im Westteil der Stadt. Der Verlauf der Berliner Mauer wurde mit Metallstangen nachgebildet.

Gedenkstätte Berliner Mauer - Metallstangen erinnern an den Verlauf
Gedenkstätte Berliner Mauer – Metallstangen erinnern an den Verlauf
Gedenkstätte Berliner Mauer - Echte Mauerreste
Gedenkstätte Berliner Mauer – echte Mauerreste

Das Gedenkstättenareal gliedert sich in vier Bereiche. Wir sind an der U-Bahnstation Bernauer Straße ausgestiegen und bis zum S-Bahnhof Nordbahnhof gelaufen – also rückwärts von D nach A 🙂

Zone D beschreibt den Alltag an der Mauer und Zone C den Bau der Mauer. An den Häuser-Fassaden erzählen Fototafeln die Geschichte vom Errichten der Mauer am 13. August 1961 bis zum Abriss am 9. November 1989.

Gedenkstätte der Berliner Mauer - Fototafeln an den Häuserfassaden
Gedenkstätte der Berliner Mauer – Fototafeln an den Häuserfassaden

Im Bereich B geht es um die Zerstörung der Stadt. Hier befindet sich die Kapelle der Versöhnung.

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Gedenkstätte der Berliner Mauer – Imposantes Graffiti an einer Hausfassade

Der Bereich A thematisiert die Mauer und den Todesstreifen. Ein Denkmal zur Erinnerung an die Opfer kommunistischer Gewaltherrschaft zeigt Porträts der „Mauertoten“ – erschreckend wie viele es waren.

Gedenkstätte der Berliner Mauer - Gedenkmauer der Opfer
Gedenkstätte der Berliner Mauer – Gedenkmauer der Opfer

Von der Aussichtsplattform des Treppenhauses des Besucherzentrums kann man sich einen Wachturm im Grenzstreifen ansehen.

Gedenkstätte der Berliner Mauer - Wachturm im Grenzgebiet
Gedenkstätte der Berliner Mauer – Denkmal Wachturm im Grenzgebiet

Abschließend wird im S-Bahnhof Nordbahnhof die Fotoausstellung „Grenz- und Geisterbahnhöfe im geteilten Berlin präsentiert“.

Die Haltestelle „Gedenkstätte Berliner Mauer“ der TRAM-Linie M10 befindet sich direkt vor dem Besucher- und Dokumentationszentrum. Es ist dienstags bis sonntags von 10 – 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.

Gedenkstätte der Berliner Mauer - Besucherzentrum
Gedenkstätte der Berliner Mauer – Besucherzentrum

Im Gebäude werden auf zwei Etagen interessante historische Fotos und Plakate ausgestellt.

Gedenkstätte der Berliner Mauer - Bild der Fotoausstellung im Besucherzentrum
Gedenkstätte der Berliner Mauer – Bild der Fotoausstellung im Besucherzentrum
Gedenkstätte der Berliner Mauer - Bild der Fotoausstellung im Besucherzentrum
Gedenkstätte der Berliner Mauer – Bild der Fotoausstellung im Besucherzentrum

Die Gedenkstätte Berliner Mauer ist bei schönem Wetter ein lohnenwertes Ausflugsziel – sowohl für Touristen als auch für interessierte Berliner.

 

 

 

 

Berliner Schulen gibt es viele – die Qual der Wahl

Jedes Jahr veröffentlicht die Berliner Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft Information zur Anmeldung der Schulanfänger. Mit dem Brief von der zuständigen Grundschule beginnt die Suche. Plötzlich wird einem bewusst, dass es in Berlin über 400 Grundschulen, 100 Gymnasien und 160 Sekundarschulen gibt. Die Auswahl an Berliner Schulen ist riesig.

Die wichtigste Quelle bei der Suche nach einer geeigneten öffentlichen Schule ist das Schulverzeichnis auf der Webseite der Berliner Senatsverwaltung. Es enthält die Schulporträts aller Berliner Schulen. Mit einer Suchfunktion kann man gezielt nach bestimmten Schulen filtern. Neben dem Schulverzeichnis findet man auf der Webseite auch den aktuellen Berliner Schulwegweiser als PDF-Dokument.  Er bietet eine vollständige Übersicht über alle Berliner Schulen der zwölf  Stadtbezirke.

Berliner Schulwegweiser 2017/2018
Berliner Schulwegweiser 2017/2018

Berliner Schulen – Schultypen

Die Grundschulen

Ein Wintermorgen kurz vor acht - Blick auf die Anne-Frank-Grundschule in Mitte
Ein Wintermorgen kurz vor acht – Blick auf die Anne-Frank-Grundschule in Mitte

Die Grundschule  dauert in Berlin in der Regel sechs Jahre. Meist wird das Kind an einer Schule nahe am Wohnort eingeschult. Die Kinder sollen ihren Schulweg bald alleine meistern und idealerweise mit Freunden aus der Nachbarschaft zusammen gehen. Die Umkreissuche der Berliner Senatsverwaltung hilft weiter – einfach Anschrift und Suchradius eingeben. Alle Schulen in der gewählten Umgebung werden angezeigt. Oft liegen mehrere Grundschulen in der Nähe und haben unterschiedliche Konzepte. Im Herbst findet an allen Grundschulen ein Tag der offenen Tür statt. Man erhält Einblicke in den jeweiligen Schulalltag und kann sich ein Bild von Lehrern, Schülern und dem Hausmeister machen.

Öffungszeiten und Betreuung

An den meisten Grundschulen können die Kinder vor und nach dem Unterricht im Schulhort betreut werden –  je nach Bedarf ganztags bis 18:00 Uhr (offene Ganztagsschulen). Hierfür muss beim zuständigen Jugendamt ein einkommensabhängiger Bedarfsbescheid (Hort-Gutschein) beantragt werden. Einige Schulen –  z.B. die Berliner Europaschulen für zweisprachig aufwachsende Kinder und viele private Schulen – sind gebundene Ganztagsschulen. Hier müssen alle bis 16 Uhr bleiben.

Die weiterführenden Schulen – Gymnasium oder Intergrierte Sekundarschule (ISS)?

Nach sechs Jahren Grundschule beginnt die Suche nach einer geeigneten weiterführenden Schule. Die Teenager können Ihren Schulweg selbständig mit Rad, Bus oder U-Bahn bewältigen. Der Such-Radius (und somit die Anzahl der möglichen Oberschulen) vergrößert sich enorm.

Im Januar – nach dem 1. Halbjahr der sechsten Klasse – erhalten alle Kinder eine Förderprognose, die aus dem Notendurchschnitt der letzten beiden Zeugnisse berechnet wird. Je nach Durchschnittsnote wird eine Empfehlung für ein Gymnasium oder eine Integrierte Sekundarschule (ISS) ausgesprochen. Von November bis Januar finden Tage der Offenen Tür an den weiterführenden Schulen statt. Am besten auf den Schulwebseiten nachschauen.

Auf allen Berliner Oberschulen kann man alle Schulabschlüsse absolvieren. Nur das Wie und Wann ist unterschiedlich. Auf dem Gymnasium macht man im Idealfall nach der Zwölften Abitur, hat mehr Wochenstunden und sitzt in größeren Klassen zusammen. Das erste Jahr ist auf Probe. Auf der ISS hat man mehr Zeit, kann das Abitur nach der Dreizehnten machen und lernt in kleineren Klassenverbänden.

Früher auf die Oberschule?

Besonders begabte Kinder können (nach erfolgreichem Bestehen eines Tests) schon nach der vierten Klasse auf die Oberschule wechseln. Musikalisch Begabte können ans Musikgymnasium Carl Philipp Emanuel Bach (Mitte) und Französsich Sprechende aufs Französische Gymnasium (Mitte). Desweiteren gibt es auf einigen Gymnasien Schnelllernerklassen – meist mit mathematisch-naturwissenschaftlichem Profil. Die Senatsverwaltung gibt für den Übergang in Jahrgangsstufe 5 jährlich gesonderte Anmeldezeiträume bekannt.

Alternative – Die Gemeinschaftsschulen

Relativ neu sind die Berliner Gemeinschaftsschulen, auf denen die Kinder von der ersten Klasse bis zum Abitur unterrichtet werden. Das System gewinnt zunehmend an Beliebtheit – man spart sich eventuell die Suche nach der Oberschule 🙂

Oder lieber eine Privatschule?

Neben den staatlichen Schulen gibt es auch zahlreiche Privatschulen. Allerdings müssen die Kinder immer bei der zuständigen öffentlichen Schule registriert werden. Dort erhält man einen Termin für die verpflichtende Schuleingangsuntersuchung sowie die An- und Ummeldeformulare für Schule und Hort.

Berliner Schulen – Auswahlkriterien für eine Weiterführende Schule

Neben der Förderprognose gibt es zahlreiche andere Auswahlkriterien. René Meintz  hat auf den Internetseiten Sekundarschulen und Gymnasien in Berlin viele Informationen gesammelt. Dort kann man die Schulen nach individuellen Bedürfnissen filtern – u.a. nach Bezirk, nach Schulprofil oder nach Abiquoten. Für mich waren die folgenden Kriterien am wichtigsten:

Welche Fremdsprache ?

Fremsprachen in Berliner Gymnasien
Berliner Oberschulen – Fremdsprachen
Die erste Fremdsprache – Pflicht für Alle

Auf allen Oberschulen wird Englisch als erste Fremsprache weiter geführt. Siebzehn Gymnasien und zehn Sekundarschulen bieten statt Englisch Französisch als erste Fremdsprache an.

Die zweite Fremdsprache – Ein Muss Fürs Abitur

Am Gymnasium müssen die Kinder eine zweite Fremdsprache lernen. An den Intergrierten Sekundarschulen (ISS) ist dies nicht Pflicht. Aber Achtung! Will man auf einer ISS Abitur machen, braucht man auch hier eine zweite Fremdsprache. Meist kann Französich oder Spanisch gelernt werden. Latein wird auf allen Gymnasien, aber nur auf neunzehn Sekundarschulen angeboten.

Vorwiegend in den östlichen Bezirken – an vier Gymnasien und fünfzehn Sekundarschulen – kann Russisch als zweite Fremsprache gewählt werden. Die Sprach-Kombination Englisch/ Italienisch kann man auf fünf Gymnasien belegen. Neun Sekundarschulen und das Robert-Koch-Gymnasium (Kreuzberg) bieten Türkisch als zweite Fremdsprache an.  Auf dem Gabriele-von-Bülow-Gymnasium (Tegel) kann man polnisch lernen.  Das Askanische Gymnasium  (Tempelhof) und die Integrierte Sekundarschule Bettina-von-Arnim-Schule (Märkisches Viertel) bieten Chinesisch an.

Die dritte Fremdsprache ist freiwillig

An vielen Oberschulen kann freiwillig eine dritte Fremdsprache gelernt werden, meist Französisch, Latein oder Spanisch. Zehn Gymnasien bieten Italienisch an und neun Alt-Griechisch oder Chinesich. Im Osten haben einige Oberschulen Russisch im Angebot und auf drei Integrierten Sekundarschulen kann man Türkisch lernen. Vier Schulen bieten Japanisch an.

Der Anteil der Schüler mit nichtdeutscher Herkunftssprache(ndH)

Berliner Eltern interessieren sich sehr für den Anteil der Schüler mit nichtdeutscher Herkunftssprache und bevorzugen je nach Herkunft passende Schulen. Große Unterschiede gibt es zwischen Ost – und Westbezirken sowie von den zentralen Stadtbezirken in der Stadtmitte zu den Randbezirken. Hier eine Übersicht des prozentualen ndH-Anteils der Schüler nicht-deutscher Herkunftssprache an Gymnasien und an Sekundarschulen in Berlin.

Berliner Schulen – beliebt oder weniger nachgefragt?

Jedes Jahr im Anmeldungszeitraum häufen sich die Pressemeldungen über die angeblich besten Schulen der Stadt, die Spekulationen über die jährlichen Anmeldezahlen und wieviel Prozent der Schüler nicht auf Ihre Wunschschule kommen. Manchmal wird sogar großer Druck auf die Grundschüler aufgebaut. An einem Tag der offenen Tür riet ein Schuldirektor Kinder mit einem Notendurchschnitt schlechter als 1,5 von einer Anmeldung ab.

Don`t panik! Das sind Ausnahmen. Das Berliner System ist sicher nicht perfekt aber es funktioniert ganz gut. Es gibt derzeit genug Schulplätze und die meisten Schüler kommen an ihre Wunschschule. Im Notfall kann ein Anwalt weiter helfen.

Berliner Schulen – die Ausstattung

Schulhof des Carl-von-Ossietzky-Gymnasiums in Berlin-Pankow
Schulhof des Carl-von-Ossietzky-Gymnasiums in Berlin-Pankow

Es gibt zwischen den Schulen sehr große Unterschiede. Schmutzige schlecht funktionierende Sanitäranlagen, undichte Fenster und Löcher im Putz sind in Berlin keine Seltenheit. Gut, wenn die Schule einen engagierten Förderverein hat. Am besten mit spendenfähigen Eltern. Für die Kinder ist die Ausstattung meiner Erfahrung nach meist zweitrangig. Die Prioritäten sind klar: Freunde in der Klasse, nette Lehrer und ein großer Schulhof, auf dem man prima spielen bzw. abhängen kann.

Nice to have – Klobrillen auf den WCs.

 


Berlin leuchtet im Oktober besonders bunt

Der Herbst beginnt, die Tage werden kürzer und Berlin leuchtet. Die Stadt kämpft gegen aufkommende Herbstdepressionen und beleuchtet ihre Sehenswürdigkeiten besonders bunt.  Wie jedes Jahr im Oktober präsentieren Licht- und Videokünstler aus aller Welt ihre Arbeiten.

Das Festival of Lights (FOL)  findet dieses Jahr vom 7. bis zum 16. Oktober 2016 statt.  Seit 2005 wird das Spektakel von der Berlinerin Birgit Zander und ihrem Team von der Agentur Zander & Partner organisiert. In den letzten 15 Jahren wurde das FOL zunehmend internationaler. Es gab unter anderem Veranstaltungen in Moskau und New York. Daher gründeten einige ehemalige Mit-Initiatoren den Verein BERLIN leuchtet e.V.. Sie veranstalten seit 2013 ein individuelleres Berliner Lichterfest. Diesmal in den ersten beiden Oktoberwochen vom 30. September bis zum 10. Oktober.

Die Mitglieder und Partner des Vereins und das Partner- & Sponsorennetzwerk des Festival of Lights übernehmen Patenschaften für einzelne künstlerische Installationen oder beleuchten ihre eigenen Gebäude. Mittlerweile lockt das Lichter-Spektakel etwa zwei Millionen Besucher nach Berlin. Kein Wunder, dass die Berlin Tourismus & Kongress GmbH unter der Marke visitBerlin Partner beider Veranstaltungen ist.

Berlin leuchtet  – die City Ost

Am Alexanderplatz und unter den Linden drängten sich zahlreiche Besucher um zahlreiche Baustellen. Alles blinkt und leuchtet. Für die Touristen werden unzählige Lichterführungen angeboten. Per Light-Bus oder Light-Boot, mit der Kutsche oder mit dem Lastenfahrrad. Lightwalker führen zu Fuß oder sogar joggend durch die Show.

Festival of Lights 2016 - Lightwalker
Festival of Lights 2016 – Lightwalkern

Erstmalig in diesem Jahr war der Berliner Fernsehturm dabei. E.ON. richtete dort den internationalen Wettbewerb  “ART & NATURE” aus. Eine Jury wählte aus allen Einsendungen die zehn besten Videokünstler aus, deren Arbeiten auf den Turm projeziert wurden. Wirklich sehenswert 🙂

Die Videos der Finalisten kann man sich auf youtube anschauen.

Berliner Fernsehturm - Festival of Lights 2016
Festival of Lights 2016 – Berliner Fernsehturm

Vor der blinkenden LED-Fassade des CityQuartier DomAquarée tanzte die Künstlergruppe Vagalume in leuchtenden Kostümen auf blinkenden Hoverboards.

Berlin leuchtet 2016 - Künstlergruppe Vagalume in LED-Lichterkostümen auf blinkenden IO Hawks
Berlin leuchtet 2016 – Künstlergruppe Vagalume in LED-Lichterkostümen auf blinkenden IO Hawks

Ein paar Meter weiter konnte man Großbild-Diaprojektionen der Berliner Firma Spice Event auf dem Berliner Dom bestaunen , u.a. mit Motiven von Enrico Verworner.

Berlin leuchetet 2016 - Berliner Dom
Berlin leuchetet 2016 – Berliner Dom

Um den Bebelplatz waren das Hauptgebäude und die Juristische Fakultät der Humbold-Universität illustriert.

Humbolt-Universität-Festival of Lights 2016
Festival of Lights 2016 – Humbolt-Universität
Juristische Fakultät der Humbolt-Universität-Festival of Lights 2016
Festival of Lights 2016 – Juristische Fakultät der Humbolt-Universität

Die vielen Festivalbesucher buchten über 650000 Übernachtungen. Daher hat das FOL viele Hotel-Partner. Das Hotel de Rome feierte in diesem Jahr 10-jähriges Jubiläum und bestrahlte seine Fassade entsprechend.

Festival of Lights 2016 - Hotel de Rome
Festival of Lights 2016 – Hotel de Rome

Berlin leuchtet – die City West

Im Gegensatz zu den Menschenmassen in der City-Ost konnte ich die Lichtinstallationen am Ernst-Reuter-Platz fast alleine bewundern.

Berlin leuchetet 2016 - Ernst Reuter Platz
Berlin leuchetet 2016 – Ernst Reuter Platz
Berlin leuchetet 2016 - Ernst Reuter Platz
Berlin leuchetet 2016 – Ernst Reuter Platz
Berlin leuchetet 2016 - Ernst Reuter Platz
Berlin leuchetet 2016 – Ernst Reuter Platz
Berlin leuchetet 2016 - Ernst Reuter Platz
Berlin leuchetet 2016 – Ernst Reuter Platz

Auf dem Breitscheidplatz war alles so bunt wie immer.  Die schöne Lasershow am Europa-Center wurde kaum beachtet. Die Gedächtniskirche leuchtete mystisch. In den Fenstern wurden Lichtobjekte von Alfred Wolski inszeniert.

Berlin leuchtet 2016 - Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche und Europa-Center
Berlin leuchtet 2016 – Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche und Europa-Center

Berlin leuchtet  – Brandenburger Tor und Potsdamer Platz

Am Brandenburger Tor konnte ich eine Show der russischen Sandmalerin Aljona Voynova bewundern.

Berlin leuchtet 2016 - Aljona Voynova am Brandenburger Tor
Berlin leuchtet 2016 – Aljona Voynova am Brandenburger Tor

Eine zweite große Video-Installation wurde auf die Fassade der Mall of Berlin projeziert. Eine Künstlergruppe zeigte ein Video zum Thema Berliner Geschichte.

Berlin leuchtet 2016 - Mall of Berlin
Berlin leuchtet 2016 – Mall of Berlin

Sehenswert auch die Lichtinstallation „Mein Licht ist dein Licht“ des libanesischen Künstlers Alaa Menavi –  die leuchtenden Umrisse einer sechsköpfigen Flüchtlings-Familie mitten im Trubel.

Festival of Lights 2016 - Lichtinstallation Alaa Menavi
Festival of Lights 2016 – Lichtinstallation Alaa Menavi

Ruhiger schwammen die leuchtenden LED-Boote auf dem Pianosee am Marlene-Dietrich-Platz.

Berlin leuchtet 2016 - LED-Boote auf dem Pianosee
Berlin leuchtet 2016 – LED-Boote auf dem Pianosee

Das Paul-Löbe Haus war interessant beleuchtet – vermutlich nicht im Rahmen des Lichterfestes. Es gefiel mir aber auch sehr gut 🙂

Paul Löbe Haus leuchtet 2016
Paul Löbe Haus leuchtet 2016

Die schönsten Video-Installationen kann man sich auf dem Youtube-Kanal des Vereins angucken.

Wer hat Berlin erleuchtet?

Seit vielen Jahren ist die Firma NIKKUS Veranstaltungstechnik GmbH aus Berlin-Moabit dabei. Ein weiterer Technikpartner ist die Medientechnik-Firma BTA Video Marketing GmbH aus Berlin-Adlershof. Auf Ihrer Facebookseite haben sie schöne Fotos Ihrer Light-Shows gepostet.

Auch die internationalen Firmen PANI Projection and Lighting  aus Wien und Niantic Labs aus Amerika waren technisch involviert. Niantic hat für das Handyspiel Ingress Festival-of-Lights-Missionen entwickelt, die bis zum 16.10 verfügbar sind.

Die Firma RE:SORB illustrierte die Mall of Berlin, das Brandenburger Tor und auch die Siegessäule am Großen Stern. Auf der Webseite des Vereins Berlin leuchtet werden die beteiligten Künstler vorgestellt.

 

 

 

Moabit – ein Multi-Kulti-Stadtteil mitten in Berlin

Moabit ist ein multikultureller Stadtteil von Berlin-Mitte. Hier leben etwa 75000 Menschen.  Moabit ist eine künstliche Insel, umgeben von Spree und diversen Kanälen. Im Norden liegt der Westhafen und im Osten der Nordhafen. Wer hat sich das nur ausgedacht? Im Westen verläuft der Charlottenburger Kanal, der Spree und Westhafen verbindet.  Fazit: Es gibt hier viele Brücken :-).

Moabiter Brücke  mit Bärenfigur
Moabiter Brücke mit Bärenfigur

Prominente Gebäude im Stadtteil sind der Berliner Hauptbahnhof, die Justizvollzugsanstalt Moabit, das größte Kriminalgericht Europas und das Bundesministerium des Innern.  (Architekturliebhaber können sich bei Google eine Liste aller Kulturdenkmäler anschauen.)

Das Lebensgefühl lässt sich mit dem Spruch „Ich komm‘ aus Opfa du Moabit.“ beschreiben. Lokalpatrioten können sich hier den passenden Einkaufsbeutel bestellen. 🙂

Moabit hat auch schöne Ecken 🙂

Der Sommergarten der St. Johannis Kirchengemeinde

Im Sommer eine kleine Oase zwischen Turmstraße und Alt-Moabit. Selbstbedienung, Fußball auf der Großbildleinwand und ein Platz zum Boulen. Nebenan im kleinen Tiergarten wurde gerade eine riesiger neuer Spielplatz gebaut, so daß auch den Kindern nicht langweilig wird. In den letzten fünf Jahren haben die Organisatoren  schon oft gewechselt – Chillig war es immer. Zur Zeit nennt sich der Biergarten Berliner Freiheit und die derzeitigen Betreiber sind engagiert und sehr freundlich.

Liegestuhl im Sommergarten der St. Johannis Kirchengemeinde in Moabit in Berlin
Liegestuhl im Sommergarten der St. Johannis Kirchengemeinde

Die Cafés und Restaurants in der Birkenstraße

Das Cafe Arema liegt direkt am U-Bahnhof  und bietet täglich von 9:00 bis 16:00 Uhr leckeres Frühstück zu moderaten Preisen an. Der gemütlichen Innenraum erinnert an eine spanische Bodega. Im Sommer kann man natürlich auch draußen sitzen. Die schwäbisch geprägten Hauptgerichte und die Wochenkarte sind sehr empfehlenswert.

Um 10:00 Uhr öffnet das Restaurant Lichtblick, das nur ein paar Schritte entfernt liegt. Man kann drinnen und draußen essen. Sonntags gibt es ab 9:00 Uhr Brunch vom Buffet. Mit mehreren Personen besser Plätze reservieren.

Unkonventioneller geht es gegenüber in der Kunstbar Café Tirrée zu. Von 9:00 – 2:00 Uhr morgens kann man hier Kaffee, Chaitee oder selbstgemachte Limonade genießen. Wohnzimmerambiente, Retrodesign und wechselnde Tages-Angebote (meist vegane Kleinigkeiten) . Alles ist selbst gemacht und die Preise sind nicht ganz günstig. Die Betreiber sind hipp, locker und sympathisch .

Traditionelle deutsche Küche gibt es von 12 bis 22 Uhr im Dicken Engel, einem Alt-Berliner Gasthaus mit einer riesigen Gips-Engels-Figur. Für Schnitzelliebhaber ein Muss.

Das asiatische Restaurant Zhou´s Five im ersten Stock des Moa-Bogens bietet ein riesiges All-you-can-Buffet – Essen für jeden Geschmack, vor allem unter der Woche von 12:00 bis 16:30 Uhr besonders günstig.

Etwas weiter entfernt Richtung Perleberger Straße liegt da. Thea & Coffee, wo man von 07:30 – 18:00 Uhr feinsten Kaffee, Tee und Kuchen genießen kann. Einfach entspannt Zeitung lesen und sonst nichts :-).

Moabit verändert sich  …

Momentan wird in Moabit viel gebaut. Als ich vor ein paar Jahren herzog, wurde auf dem Gelände der ehemaligen Paech-Brot-Fabrik gerade der MOA-Bogen fertig gestellt. Nun gibt es hier ein großes Hotel, ein Fitnesstudio und ein riesiger Edeka-Supermarkt. Jetzt entsteht ein paar hundert Meter weiter erneut ein Einkaufscenter auf dem Gelände der alten Schultheiss-Brauerei.

Die Turmstraße wurde fahrradfreundlich umgebaut (einspurig mit breitem Radweg) und nun steht noch die Verlängerung der TRAM-Bahn an, die ab 2020 bis zur Turmstraße fahren soll.

Höhepunkt der Bauarbeiten ist der Bau eines neuen Stadtviertels nördlich des Hauptbahnhofs, die Europa-City.

Uferweg am Nordhafen: Blick auf die Baukräne vor dem Hauptbahnhof
Uferweg am Nordhafen: Blick auf die Baukräne vor dem Hauptbahnhof

Mehr über Moabit …

Am 18 September 2016 war Berliner Landtagswahl. Wie hat der Kiez gewählt?

Informativer Kiez-Blog einiger Stadtteilaktivisten

Auf den Seiten „Mit Vergnügen Berlin“ findet ihr einen schönen Fotobeitrag von Charlott Tornow.

Auf „Hey Moabit! Was geht?“  zeigt Jana Mendelski  Fotos von typischen Moabiter Locations.

 

Landtagswahl in Moabit (Mitte 04)

Am 18. September 2016 war  in Berlin Landtagswahl. Es wurden die Politiker gewählt, die das Land Berlin für die nächsten fünf Jahre regieren sollen. Die gewählten Politiker arbeiten im Berliner Abgeordnetenhaus. Für die Organisation der Wahl wurden die zwölf  Berliner Bezirke in 78 Wahlkreise und etwa 2500 Wahlbezirke einteilt. In jedem Wahlbezirk wurde ein Wahllokal eingerichtet. 

Mitte hat als Bezirk die Nummer 01 und besteht aus sieben Wahlkreisen. Im vierten Wahlkreis  „Nördliches Moabit, Westhafen“ leben knapp 30000 Wahlberechtigte. An dieser Wahl haben fast 19000 davon teilgenommen , knapp 5000 per Brief.

An 16 Orten im Kiez konnte gewählt werden. Die Wahlhelfer in den Wahllokalen zählten am Sonntag pro Wahlbezirk 306 bis 662 Stimmen aus. Die meisten haben Marc Urbatsch von den Grünen (24,2%) und Andreas Wiedermann von der SPD (23,7%) gewählt. Zur  weiteren Auswahl standen u.a.  Stephan Rauhut (Linke), Florian Nöll (CDU), Beate Prömm (AfD), Felix Hemmer (FDP) und Lea Frings (Piraten)

Das Moabiter Ergebnis zur Landtagswahl

Landtagswahl in Berlin 2016 - Ergebnis Wahlkreis Mitte 04

Im Brüsseler Kiez

Der Brüsseler Kiez nördlich vom Kanal gehört zum Wedding. In den Straßen rund um die  Beuth-Hochschule wurden drei Wahllokale eingerichtet. Die Ernst-Schering-Schule, das Rathaus Wedding und die Schiller-Bibliothek.  Die Wahlbeteiligung war im 425-Wahlbezirk am höchsten und im 428-Bezirk am geringsten.  Im Wahlkreis 424, in der Gegend um das Virchow-Klinikum, kam die AfD auf 12,2%

  • 428 – 340 Stimmen
  • 427 – 382 Stimmen
  • 426  – 550 Stimmen
  • 424 –  559 Stimmen
  • 425 –  631 Stimmen
Moabit- West – westlich der Beusselstraße

Für die Wahlbezirke 400 bis 402 gab es zwei Wahllokale: das Jugendhaus B8 und das Moabiter Stadtschloss. Die AfD erreichte Spitzenwerte bis 13,8 %.

  • 401  – 394 Stimmen
  • 400  – 522 Stimmen
  • 402  – 564 Stimmen
Moabit- West – Östlich der Beusselstraße

Die Gegend zwischen den U-Bahnhöfen Birken – und Turmstrasse mit den Wahlbezirken 403 bis 413 und 417 wurde durch sechs Wahllokale betreut. Die meisten Stimmen wurden in der katholischen Schule St. Paulus abgegeben, dem Wahllokal für den Wahlbezirk 410.

In der Carl-Bolle-Schule im Wahlbezirk 405 wurden über 10%  AfD-Stimmen ausgezählt. Die Kita in der Emdener Str. zählte im benachbarten Berzirk 407 sogar 11,7%.

Am Grundschulteil der Theodor-Heuss-Gemeinschaftsschule konnten die Wähler aus den Bezirken 403, 404, 406 und 409  ihre Stimmen abgeben. Weitere Wahllokale waren das Rathaus Tiergarten am Mathilde-Jacob-Platz und das Wolfgang-Scheunemann-Haus in der Bredowstraße.

  • 404  – 306  Stimmen
  • 405  – 329  Stimmen
  • 413  – 378 Stimmen
  • 406  – 420 Stimmen
  • 412  –  420 Stimmen
  • 403  –  426 Stimmen
  • 409 –  468 Stimmen
  • 408 –  479  Stimmen
  • 411  –  476 Stimmen
  • 417  –  514 Stimmen
  • 407  – 558  Stimmen
  • 410 –  662 Stimmen
Rund um den Stephan kiez

Im Kiez rund um den Stephanplatz wählten die Menschen in der Hedwig-Dohm-Schule und in der Bruno-Lösche-Bibliothek. Die Stimmabgabe für die Wahlbezirke  414, 419 und 422 erfolgte am Oberschschulteil der Theodor-Heuss-Gemeinschaftsschule.

  • 422  – 392 Stimmen
  • 414  – 401 Stimmen
  • 415  – 406 Stimmen
  • 420  – 460 Stimmen
  • 416  – 497 Stimmen
  • 419  – 634 Stimmen
Moabit-Ost

Hier wählten die Wähler der Bezirke 421 und 423 in der Kita Rathenower Str. , wo auch über 11% der Stimmen für die AfD gezählt wurden. Im Grünflächenamt des Wahlbezirks 418 haben 454 Menschen und  ich unsere Stimmen abgegeben.

Wähen gehen - Vor dem Aufenthaltsraum im Grünflächenamt
Wähen gehen – Vor dem Aufenthaltsraum im Grünflächenamt
  • 421 – 387 Stimmen
  • 423  – 366 Stimmen

Ergebnis in unserem Wahlbezirk 418:

Das Ergebnis der Landtagswahl im Wahbezirk 418 (Mitte 4, nördliches Moabit, Westhafen)
Das Ergebnis der Landtagswahl im Wahbezirk 418 (Mitte 4, nördliches Moabit, Westhafen)
Moabiter Briefwähler

Die Briefwähler wurden in fünf Zonen unterteilt. Sie sprachen sich mehrheitlich für die Grünen aus (Zonen 14B, 14C und 14D). In der Huttenstraße, am Westhafen und rund um die JVA (Zonen 14A und 14E)  lag die SPD vorne.

 

 

Die Wiesenburg Wedding – direkt an der Panke

Zwischen den S-Bahnhöfen Wedding und Humboldhain, abseits der gewohnten Pfade, entdeckte ich einer Einladung folgend, die Wiesenburg.

Das Künstlerhaus ist ein ehemaliges Obdachlosenasyl aus dem Jahr 1896, steht unter Denkmalschutz und liegt direkt an der Panke. Auf der gegenüber liegenden Pankeseite wurde ein Radweg angelegt, den ich demnächst mal ausprobieren werde.

Die Geschichte der Wiesenburg

Mitte des 19. Jahrhunderts wurde der Berliner Asyl Verein gegründet. Prominente Mitbegründer waren der Arzt Rudolf Virchow und die Industriellen Borsig und Bolle. Der Verein sammelte Spenden, kaufte ein Grundstück und beauftragte die Architekten Töbelmann und Schmock mit dem Bau des größten und modernsten Obdachlosenasyls der Welt. Die Berliner fanden schnell einen passenden Spitznamen – die Wiesenburg.

Zunächst konnten hier bis zu 700 Männer viermal im Monat kostenlos essen, baden, übernachten und Ihre Kleider waschen. Im Gegensatz zu den städtischen Asylen menschenwürdig und anonym.  1907 wurde eine Erweiterung für 400 Frauen und Kindern gebaut.

Im 1. Weltkrieges zog das Militär ein und nach dem Krieg hatten viele Stifter kein Geld mehr. Die Stadt finanzierte den Asylbetrieb zunächst,  verpachtete aber das Gelände 1926 an die jüdische Gemeinde. Knapp 10 Jahre später wurde es von den Nazis enteignet. Sie ließen von Zwangsarbeitern Fahnen färben und Waffen bauen.

Am Ende des 2. Weltkrieges war die Wiesenburg großflächig zerstört. Wohnungslose Menschen zogen in das ehemalige Verwaltergebäude ein und übernahmen bis zum Jahr 2014 die Hausverwaltung. So wurde die Wiesenbug im Laufe der Zeit für Handwerker, Kleinbetriebe und Künstler geöffnet.

Weide an der Panke im Wedding in Berlin

Weide an der Panke

Graffiti auf einer Backsteinmauer der Wiesenburg im Wedding in Berlin
Graffiti auf einer Backsteinmauer der Wiesenburg
Mit Geranien bepflanzte Terrasse vor der Wiesenburg im Wedding in Berlin
Mit Geranien bepflanzte Terrasse vor der Wiesenburg
Die blaue Tür ins Nirgendwo?
Die blaue Tür ins Nirgendwo?
Vor der Wiesenburg
Vor der Wiesenburg
Sitzplatz vor der Wiesenburg
Sitzplatz vor der Wiesenburg

Das Haus gehört jetzt der DEGEWO, einer großen städtschen Wohnungsbausgesellschaft, die derzeit den Ausbau plant. Mal sehen, wann man hier die ersten schicken Lofts kaufen kann. 🙁

Ausführlichere Informationen über Vergangenheit und Zukunft der Wiesenburg könnt ihr in einem Artikel von Max Wolf nachlesen (Stand Februar 2016).

Der Verein benötigt Unterstützung und bittet um Spenden. Rettet die Wiesenburg vor der Zerstörung.

 Mehr über den Wedding

Auf der hyperlokalen Online-Zeitung

Paris – kurz mal hin

Anreisetag – Ankunft in Montmartre

Meine Tochter wollte den Eiffelturm live sehen und so sind wir von Berlin- Tegel zum Pariser Flughafen Charles de Gaulle geflogen. Der Landeanflug auf Paris war etwas enttäuschend, da man nur den Flughafen inmitten von Feldern sieht.  Erst nach 30 Minuten S-Bahn-Fahrt wird es städtisch. Die S-Bahn heißt in Frankreich RER. Am besten folgt man am Flughafen einfach den Schildern „Paris by train“.

Unsere Unterkunft lag in einem sehr netten achtstöckigen Apartmenthaus mit schöner Dachterasse. Unser Zwei-Zimmer-Apartement war gross genug für uns drei und hatte eine kleine Küchenzeile. Unten gab es einen Snackautomat und gratis Kaffee aus der Maschine im Frückstücksraum.
Die Lage war ruhig und zentral, in einer Sackgasse neben dem sehenswerten Friedhof Montmarte. Nur ein paar Schritte entfernt von der roten Mühle, dem legendären Moulin Rouge. Diverse Metro- und Busstationen waren in unmittelbarer Nähe gut zu Fuß zu erreichen.

Am ersten Abend bummelten wir durch das bezaubernde Künstlerviertel Montmartre. Vorbei an vielen Galerien, Läden und Bistros liefen wir zur Haltstelle der Funiculaire, einem Schrägaufzug, der zur Basilika Sacré-Cœur hochfährt.

Galerie Montmartre in Paris
Galerie Montmartre in Paris
Graffiti im Torbogen eines Restaurants in Montmartre in Paris
Graffiti im Torbogen eines Restaurants in Montmartre in Paris

Die Vitrinen der Bistros lockten mit lecker aussehenden Macarones,  köstlichem Eis und anderen Leckereien.  Am Place des Abbesses fotografierten uns vor der mur des je t’aime, der Mauer der Liebe. Diese Mauer besteht aus Emaille-Kacheln, auf denen in 250 Sprachen „Ich liebe Dich“  steht.

Vitrine mit bunten Macarones in Montmartre in Paris
Vitrine mit bunten Macarones
La mur des je t’aime, die Mauer der Liebe in Montmartre in Paris
La mur des je t’aime, die Mauer der Liebe. in der Sprechblase steht: „aimer, c’est du désordre… alors aimons!“, deutsch übersetzt „Liebe ist Chaos .. also lasst uns lieben!

Tag eins – Eiffelturm

Am nächsten Tag war Eiffelturm-Tag. Unter dem Turm angekommen mussten wir zunächst die Sicherheitskontrolle passieren. Da wir unsere Tickets bereits vorher im Internet gekauft hatten, konnten wir zur gebuchten Zeit direkt mit dem Aufzug  die zweite Etage hochfahren.  Die Tickets für die dritte Etage waren online vergriffen und so haben wir den oberen Stock  ausgelassen.  Die Warteschlange am Fahrstuhl im zweiten Stock war uns viel zu lang. Wer also ganz nach oben möchte sollte rechtzeitig buchen.

Unter dem Eiffelturm
Unter dem Eiffelturm

Der Ausblick ist wirklich imposant.

Aussicht vom Eiffelturm auf den Trocadero und La Defense
Aussicht vom Eiffelturm auf den Trocadero und La Defense
Aussicht vom Eiffelturm auf die Seine
Aussicht vom Eiffelturm auf die Seine

Abends sind wir zum Riesenrad am Place de la Concorde, um uns das beleuchtete Paris bei Nacht anzuschauen. Der stündlich blinkende Eiffelturm sieht wunderschön aus. Leider darf man vom nächtlichen Eiffelturm keine Fotos veröffentlichen, da sind die Pariser streng.

Das Riesenrad auf dem Place de la Concorde in Paris
Das Riesenrad auf dem Place de la Concorde
Abendlicher Blick auf Champs-Élysées und den Arc de Triomphe de l'Étoile
Abendlicher Blick auf Champs-Élysées und den Arc de Triomphe de l’Étoile

Tag zwei – La Défense

Paris hat unzählige historische monumentale Gebäude und die wichtigsten haben wir vom Bus aus gesehen. Besichtigt haben wir keines (zu laaaaangweilig :-)).  Wir haben uns für ein Kontrastprogamm entschieden und sind am zweiten Tag zur Marvelaustellung nach La Défense (Klein New York). Das moderne Hochhausviertel gilt als Europas größte Bürostadt.

Der Brunnen von Yaacov Agam in La Défense
Der Brunnen von Yaacov Agam
Les Deux personnages fantastiques von Joan Mirò in La Défense
Les Deux personnages fantastiques von Joan Mirò
In der Ausstellung "Marvel Avengers S.T.A.T.I.O.N." in La Défense in Paris
In der Ausstellung „Marvel Avengers S.T.A.T.I.O.N.“

Abreisetag –  Cimetière de Montmartre

Am nächsten Morgen war ich früh wach und beide Kinder schliefen noch fest. So konnte ich ganz in Ruhe über den wundervollen Pariser Nordfriedhof schlendern. Der Friedhof ist fast 200 Jahre alt. Viele Künstler und Wissenschaftler liegen hier begraben, u. a. auch der deutsche Dichter Heinrich Heine (1797–1856).

Familiengrab der Familie Caye - Lemaitre auf den Friedhof Montmartre
Familiengrab der Familie Caye – Lemaitre
Sitzende und nackte Männerstatue auf den Friedhof Montmartre
Sitzende und nackte Männerstatue
Kleine Kapelle auf den Friedhof Montmartre in Paris
Kleine Kapelle

Gegen Mittag sind wir vom Bahnhof Gare de L´Est abgereist.

Auf Wiedersehen Paris. Bis zum nächsen Mal …

Kolberg an der polnischen Ostsee

Kolberg (Kołobrzeg) erreicht man von Berlin aus nach knapp 300 Kilometern. Mit dem Auto ist man recht schnell an der polnischen Grenze. Ab Stettin tuckert man dann etwas gemächlicher über die polnische DK6. Wir waren insgesamt  knapp vier Stunden unterwegs.

Die Stadt wurde im 2. Weltkrieg fast vollstandig zerstört und es gibt viele große Plattenbaukomplexe.

Plattenbauten in Kolberg an der polnischen Ostsee
Plattenbauten in Kolberg

Nur in der Innenstadt wurden neue kleinere Häuser in verschiedenen Stilrichtungen gebaut. Vereinzelt findet man auch ein paar historische Gebäude.

Die Innenstadt von Kolberg an der polnischen Ostsee
Die Innenstadt von Kolberg

Die unzähligen Hotelkomplexe wurden alle restauriert und man hat eine große Auswahl an Hotelzimmern. Von drei bis fünf Sternen, direkt am Strand oder zentral in der Innenstadt.

Vor unserem Hotel New Skanpol in Kolberg an der polnischen Ostsee
Vor unserem Hotel New Skanpol

Als Kurstadt hat Kolberg wunderschöne, sehr gepflegte Parkanlagen mit vielen Blumen und tollen Springbrunnen.

Brunnen im park 18 Marca in Kolberg an der polnischen Ostsee
Brunnen im park 18 Marca

Die knapp 50000 Einwohner leben meist vom Fremdenverkehr. Viele arbeiten in den Restaurants und Hotels, bieten Stadtrundfahrten an, pflegen die Parkanlagen und bewachen die zahlreichen kostenpflichtigen Parkplätze.

Am Strand reihen sich Restaurants, Bernsteinschmuck- und Strandspielzeug-läden, Waffel-, Eis- und Getränkebuden wie an einer Perlenkette aneinander.
Auf der Meile bieten Straßenkünstler Bilder, Musik und Hennatatoos an.
Hier treffen alte und junge Menschen, Familien, Kurgäste und Partygänger völlig entspannt aufeineinander. Kein Streit, keine Hektik und kein „Ballermann-Gefühl“ – sehr schön.

Straßenmusiker an der Strandpromenade in Kolberg an der polnischen Ostsee
Straßenmusiker an der Strandpromenade
Möwe am Strand in Kolberg an der polnischen Ostsee
Möwe am Strand

Am Hafen steht der Leuchtturm. Von oben hat man einen schönen Ausblick auf Stadt und Ostsee.

Der Leuchtturm in Kolberg an der polnischen Ostsee
Der Leuchtturm
Aussicht vom Leuchtturm auf den Fluß Persante, der hier in Kolberg in die Ostsee mündet
Aussicht vom Leuchtturm auf den Fluß Persante, der hier in die Ostsee mündet
Aussicht vom Leuchtturm auf die Stadt Kolberg
Aussicht vom Leuchtturm auf die Stadt
Abendstimmung an der Persante-Mündung in Kolberg an der polnischen Ostsee
Abendstimmung an der Persante-Mündung polnischen Ostsee
Aussicht vom Leuchtturm auf die Seebrücke am Strand von Kolberg an der polnischen Ostsee
Aussicht vom Leuchtturm auf die lange Seebrücke

An einigen Orten findet man einen maroden Charme, der meine Freundin und mich (im Gegensatz zu meinen Kindern) sehr begeistert hat.

Nicht renoviertes Wohnhaus im Plattenbaustil mit Wäscheleinen auf den Balkonen
Nicht renoviertes Wohnhaus im Plattenbaustil mit Wäscheleinen auf den Balkonen
Nicht renovierter leerstehender Altbau mit zugemauerten Fenstern in Kolberg an der polnischen Ostsee
Nicht renovierter leerstehender Altbau mit zugemauerten Fenstern

Ach ja: Kolberg ist die erste Stadt, in der ich einen Zebrastreifen auf einem Radweg gesehen habe 🙂

 

Biebelhausen an der Saar – meine Heimat

Mein Heimatort Biebelhausen liegt im Drei-Ländereck, nahe der Grenzen zu Luxemburg und Frankreich. Ein kleiner Ortsteil an der Saar in einer idyllischen Weinregion am Fuße der Ayler Kupp.

Selbstverständlich kann ich einen guten und preisgünstigen Wein aus der Region empfehlen. Den gibt es sogar in meinem Edeka-Supermarkt um die Ecke.

Als gebürtige Landfrau fahre ich regelmäßig nach Biebelhausen, um meine Familie zu besuchen und mich zu erden. In Biebelhausen ist die Welt für mich nicht nur morgens um sieben noch in Ordnung.
Mein zugezogener Schwager wagte einen Vergleich mit dem Auenland. Da ist etwas Wahres dran 🙂

Biebelhausen an der Saar
Biebelhausen an der Saar
Aussicht auf an den Geisberg bei Schoden
Aussicht auf an den Geisberg bei Schoden
Blick in den Garten meiner Schwester
Blick in den Garten meiner Schwester
Biebelhausen - Winter am Saarkanal
Winter am Saarkanal
Biebelhausen - Winter unter der Brücke
Winter unter der Brücke

Hier wohnen viele Maximinis und niemand wundert sich über den Nachnamen. Auf der Webseite verwandt.de könnt ihr euch auch die Verteilung eures Nachnamens in Deutschland ansehen.

Historisches

Früher, in den 70/80er Jahren, sah es in Biebelhausen ganz anders aus. Im Zuge des Projekts Saarkanalisierung wurde die Saar für große Schiffe befahrbar gemacht. Man baute einen neuen Saarkanal, eine Staustufe, eine Schleuse und eine Schutzmauer am Ufer. Biebelhausen lag mitten in einer Großbaustelle. Im Medien-Archiv der Bundesanstalt für Wasserbau habe ich noch alte Fotos der damaligen Baustelle gefunden. Eins zeigt die Aussicht auf den gegenüber liegenden Ort Schoden und eins den Blick auf den Ortsteil selbst.

1988 wurde der Schleusenkanal eröffnet und seitdem gibt es im Ort kein Hochwasser mehr. Jetzt fahren große Schiffe den Saarkanal entlang.

Schiff auf der Saar in Biebelhausen
Schiff auf der Saar

Aktuelles

Bei meinem letzten Besuch im August war ich bei der Premiere des ersten Open-Air-Festivals  Saarside. Am Abend spielten die Bands At The Cutting EdgeRooster Rock und Der hat schon Gelb.  Wäre schön, wenn sich das Festival etabliert. Gegen den Durst gab es Bier vom Fass, Viez, Fillax, Limo, Cola, Sprudel oder Captain Morgan entscheiden.

Saarside Festival in Biebelhausen an der Saar
Saarside Festival
Bühne des Saarside Festival in Biebelhausen an der Saar
Bühne des Saarside Festival

mehr über den Ortsteil Biebelhausen

Ortsporträt von Computerservice & Webdesign Dietmar Jäger