Bundestagswahl 2017 in Moabit

Am 24. September 2017 war Bundestagswahl. Deutschlandweit wurde der 19. Bundestag gewählt – also die Politiker, die das Land in den nächsten vier Jahre regieren sollen. Moabit liegt im Wahlkreis 075 Berlin-Mitte – dort wo sich Reichstag und Parlamentsgebäude befinden. Der Wahlkreis 075 wurde in 226 Urnen- und Briefwahlbezirke unterteilt.

Wahlzettel mit Erst- und Zweitstimme
Wahlzettel mit Erst- und Zweitstimme

In Deutschland gibt es knapp 300 Wahlkreise mit je etwa 250.000 Menschen. Alle Wahlberechtigten konnten zwei Stimmen abgeben.  Mit der Erststimme wählte man seinen Direktkandidaten, der den jeweiligen Wahlkreis im Bundestag vertreten soll. Mit der Zweitstimme entscheidet man, welche Partei mit wie vielen Sitzen in den Bundestag bekommt. So wird am Ende festgelegt, welche Partei regieren darf und wer den Bundeskanzler stellt.

Bundestagswahl in 075 Berlin-Mitte

Im Wahlkreis 075 haben knapp 150000 gewählt – eine Wahlbeteiligung von 73,4%. Direktkandidatin für Mitte mit 23,5 % der Erststimmen wurde die Juristin Dr. Eva Högl von der SPD. Der vollständige Name der gebürtigen Osnabrückerin lautet Dr. Eva Alexandra Ingrid Irmgard Anna Högl geborene Kampmeyer.

Eva Högl (SPD)
Eva Högl (SPD)

Dicht gefolgt von Stephan Rauhut (DIE LINKE), Frank Henkel  (CDU) und
Özcan Mutlu (GRÜNE). Beatrix von Storch (AfD) und Dr. Katharina Ziolkowski (FDP) erzielten in Mitte weniger als 10 %.

Verteilung der Erststimmen 2017 in Berlin Mitte
Verteilung der Erststimmen 2017 in Berlin Mitte

Für die Zweitstimmen standen die Regierungsparteien CDU und SPD sowie die Oppositionsparteien GRÜNE und DIE LINKE zur Verfügung. Weiterhin stellten sich  FDP, AfD und 19 weitere Parteien zur Wahl. Gewonnen hat in Mitte DIE LINKE mit knappen 21,4 %. Sie wird in der kommenden Wahlperiode mit 69 Politikern im Bundestag vertreten sein.

Verteilung der Zweitstimmen 2017 in Berlin Mitte
Verteilung der Zweitstimmen 2017 in Berlin Mitte

Moabiter Bundestagswahl 2017

Dieses Mal deutlich mehr für „DIE LINKE“ und viel weniger „SPD“ als im letzten Jahr bei der Landtagswahl.

Ergebnis der 19. Bundestagswahl 2017 in Moabit
Ergebnis der 19. Bundestagswahl 2017 in Moabit

Brüsseler Kiez

Im Brüsseler Kiez rund um Beuth-Hochschule und Virchow-Klinikum im Wedding wurde in der Ernst-Schering-Schule, dem Rathaus Wedding und in der Schiller-Bibliothek gewählt.

  • 428 359 Stimmen: DIE LINKE (21,7 %), Eva Högl (25,6%)
  • 427 – 390 Stimmen: DIE LINKE (23,6 %), Eva Högl (27,4%)
  • 426586 Stimmen: DIE LINKE (29,5 %), Stephan Rauhut (26,6%)
  • 425– 669 Stimmen: DIE LINKE (26,9 %), Stephan Rauhut (23,5 %)
  • 424– 624 Stimmen: DIE LINKE (22,4 %), Eva Högl (26,8%)

Moabit- West

Westlich der Beusselstraße wurden im Jugendhaus B8 und im Moabiter Stadtschloss wurden knapp 1700 Stimmen abgegeben.

  • 400– 627 Stimmen: DIE LINKE (21,7 %), Eva Högl (23,1 %)
  • 401455 Stimmen: GRÜNE (23,9 %), Stephan Rauhut (27,8 %)
  • 402611 Stimmen: DIE LINKE (24,8 %), Stephan Rauhut (26,6 %)

Östlich der Beusselstraße in der Gegend zwischen den U-Bahnhöfen Birken – und Turmstrasse wählten die Menschen in sechs Wahllokalen: In der katholischen Schule St. Paulus, der Carl-Bolle-Schule, der Kita in der Emdener Str., im  Rathaus Tiergarten am Mathilde-Jacob-Platz, am Grundschulteil der Theodor-Heuss-Gemeinschaftsschule und im Wolfgang-Scheunemann-Haus in der Bredowstraße.

  • 403498 Stimmen: DIE LINKE (23,2 %), Stephan Rauhut (25,5 %)
  • 404 345 Stimmen: DIE LINKE (28,6 %), Stephan Rauhut (29,9 %)
  • 405 396 Stimmen: SPD (21,9 %), Stephan Rauhut (25,5 %)
  • 406446 Stimmen: GRÜNE (21,5 %), Eva Högl (26,2 %)
  • 407632 Stimmen: GRÜNE (19,4 %), Eva Högl (22,6 %)
  • 408547 Stimmen: DIE LINKE (25,5 %), Stephan Rauhut (26,5 %)
  • 409491 Stimmen: DIE LINKE (23,5 %), Eva Högl (25,7 %)
  • 410  – 652 Stimmen: GRÜNE (24,4 %), Stephan Rauhut (25,9 %)
  • 411  – 513 Stimmen: DIE LINKE (22,8 %), Eva Högl (26,9 %)
  • 412  – 452 Stimmen: DIE LINKE (27,3 %), Stephan Rauhut (24,6 %)
  • 413  – 404 Stimmen: DIE LINKE (21,4 %), Stephan Rauhut (23 %)
  • 417 532 Stimmen: SPD (21,7 %), Eva Högl (24,6 %)

Stephanskiez

Rund um den Stephanplatz wählten die Menschen in der Hedwig-Dohm-Schule, in der Bruno-Lösche-Bibliothek und am Oberschschulteil der Theodor-Heuss-Gemeinschaftsschule.

  • 414  – 419 Stimmen: GRÜNE (24,4 %), Özcan Mutlu (25,1 %)
  • 415  – 467 Stimmen: DIE LINKE (22,5 %), Stephan Rauhut (24,6 %)
  • 416  – 550 Stimmen: SPD (19,5 %), Eva Högl (24,7 %)
  • 419  – 656 Stimmen: DIE LINKE (26,1 %), St. RauhutE. Högl (24,5 %)
  • 420  – 539 Stimmen: GRÜNE (22,2 %), Eva Högl (22,8 %)
  • 422  – 442 Stimmen: DIE LINKE (26 %), Stephan Rauhut (25,1 %)

Moabit-Ost

Hier wählten die Wähler in der Kita Rathenower Str. und im Grünflächenamt in der Turmstraße.

  • 418– 442 Stimmen: DIE LINKE (19,5 %), Eva Högl (28,8 %)
  • 421 – 430 Stimmen: DIE LINKE (20,2 %), Eva Högl (23 %)
  • 423  – 407 Stimmen: SPD (21 %), Eva Högl (27,5 %)

Moabiter Briefwähler

Die Moabiter Briefwähler aus Zone 14  (14A14C und 14D sprachen sich mehrheitlich für die GRÜNEN und Özcan Mutlu aus. In der Gegend um  Oldenburger – und Waldstraße (Zone 14B ) lag Eva Högl vorne. Sie gewann ebenfalls in der Gegend rund um die JVA (Zone 14E). Dort wurde DIE LINKE stärkste Partei.

 

Charité – Medizinforschung und Barmherzigkeit

Die Charité ist mit etwa 300 Jahren das älteste Krankenhaus Berlins. Heute zählt die Universitätsklinik mit über 3000 Betten zu den größten Europas.

Blick vom Hauptbahnhof auf den Charité-Campus Mitte
Blick vom Hauptbahnhof auf den Charité-Campus Mitte

Aderlass und Handwerkschirurgie im 18. Jahrhundert

Die Charité – vom Pesthaus zum Hospital

In Nordeuropa wütete eine Pest-Epidemie und der Friedrich I. baute 1710 außerhalb der Stadt ein Isolierhaus für Erkrankte. Berlin blieb von der Seuche verschont und aus dem Pesthaus wurde ein Armenhaus. Da die Insassen für ihren Lebensunterhalt spinnen mussten, nannten die Berliner es „Spinnhaus vor dem Spandauer Thor“.

Zu der Zeit gründete man die Berliner Akademie der Wissenschaften. Die gelehrten Mediziner glaubten an die Vier-Säfte-Lehre und behandelten innere Krankheiten mit Aderlass und Schwitzkuren. Anatomie unterrichtete man anhand von Wachsmodellen und Klapptafeln. Durch den Bau eines anatomischen Theaters konnten die inneren Organe an Leichen studiert werden.

Anathomisches Theater Berlin - Kupferstich 1729/1730, F.G.Leygebe (Zeichn.), A.B.König (Stech.)
Anathomisches Theater Berlin – Kupferstich 1729/1730, F.G.Leygebe (Zeichn.), A.B.König (Stech.)
Christian Maximilian Spener
Christian Maximilian Spener
Der Physikprofessor und Hofmedicus C. M. Spener führte 1713 die erste öffentliche Sektion durch.

Die blutige Arbeit erledigten Handwerkschirurgen (Wundärzte, Bader und Barbiere). Sie versorgten Knochenbrüche, Wunden und Geschwüre, zogen Zähne und halfen bei Sehschwäche (Starstiche) – alles ohne akademische Ausbildung.

Wer es sich leisten konnte, rief den Arzt zu sich nach Hause. Auf Jahrmärkten wurde günstiger behandelt. Wenn man Pech hatte geriet man an einen Kurpfuscher.

1724 entstand an der Akademie eine medizinische Fachschule (das Collegium medico-chirurgicum), an der erstmals auch angesehene Chirurgen lehrten. Die Mediziner des collegiums regelten die Ausbildung der Handwerkschirugen und verfassten 1725 ein Edikt:  Ein preußíscher Chirurg brauchte einen Lehrbrief. Er musste sieben Jahre bei einem Feldscher in der Truppe gedient haben und ein Operationsexamen bestehen.

Der König Wilhelm I. 1732 in Berlin am Leipziger Tor, Ölgemälde von Konstantin Johannes Franz Cretius
Der König Wilhelm I. 1732 in Berlin am Leipziger Tor, Ölgemälde von Konstantin J. Franz Cretius

Im Jahr 1727  wandelte man das Spinnhaus in ein Lazarett um. Das dreistöckige Krankenhaus hatte 400 Betten, die überwiegend mit Bettlern und Prostituierten belegt waren. König Friedrich Wilhelm I. nannte das Hospital „Charité“ (Barmherzigkeit).

Die Berliner Charite um 1740, Radierung von Matthias Seutter
Die Berliner Charite um 1740, Radierung von Matthias Seutter

Neben einem Operationssaal gab es eine Station für Geburtshilfe und eine für ansteckende Krankheiten. In den oberen Etagen befanden sich die Krankensäle für Männer und Frauen. Im Erdgeschoss lebten die Wärter, die die Pflege übernahmen. Arme und gebrechliche Hospitaliten, später ehemalige Patienten, die ihren Aufenthalt abarbeiteten. Ausgebildetes Pflegepersonal gab es nicht.

Franz Anton Mai
Franz Anton Mai
Der Pharmazie-Professor Franz Anton Mai leitete eine Schule für Hebammenwesen in Mannheim. Er war der Erste in Deutschland der ab 1780 Pflege-Kurse anbot.

Der Soldatenkönig Friedrich Wilhelm I. brauchte für das preußische Heer gut ausgebildete Wundärzte. Er richtete eine Abteilung für verwundete Soldaten ein und machte die Charité zu einer Ausbildungstätte für Militärmediziner. Die angehenden Armeechirurgen lebten damals auch in der Charité

Johann Theodor Eller
Johann Theodor Eller
J. Th. Eller - einen angesagten Anatomieprofessor - wurde ärztlicher Leiter der Charité. Gemeinsam mit dem königlichen Regiments-Feldscher Ernst Konrad Holtzendorff übernahmen er die Ausbildung der angehenden Armeeärzte. 
Nach der Grundausbildung arbeiten sie an der Charité, wo sie unter der Aufsicht von erfahrenen Ärzten lernen konnten.

Das Charité-Gebäude wurde bald zu  klein

1739 übernahm das Königlich-Preußische Armendirektorium die Verwaltung der Charité. Die medizinische Leitung übernahmen der Pastorensohn Samuel Schaarschmidt und später Friedrich Herrmann Ludewig Muzell. Die Krankensäle der Charité waren ständig überbelegt und die Armendirektion bat den König um eine Vergrößerung. Ein paar Jahrzehnte später beauftragte er den Direktor des Königlichen Baukontors Georg Christian Unger  mit dem Erweiterungsbau. Im September 1785 wurde der Grundstein gelegt und nach 15 Jahren Bauzeit wurden am 30. November 1800 zwei neue Flügel, ein Verbindungsgebäude sowie ein neue Kirche eingeweiht. Der Charité-Neubau hatte nun 680 Betten. Aus Geldmangel verzichtete man auf den Einbau von Wasserleitungen und Bädern. 🙁

In den 80er Jahren baute König Friedrich Wilhelm II. die medizinisch-chirurgische Pépinière – eine weitere Akademie für Militärmediziner. 1787 baute er eine Schule für Tiermediziner, die die Militärpferde versorgten.

Heute steht auf den Gelände der ehemalige Pépinière das Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie in der Invalidenstraße in Berlin-Mitte - Foto von Jörg Zägel 2011
Heute steht auf den Gelände der ehemalige Pépinière das Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie in der Invalidenstraße in Berlin-Mitte – Foto von Jörg Zägel 2011
Das Tieranatomische Theater ist das älteste Lehrgebäude der heutigen Humboldt-Universität.
Das Tieranatomische Theater ist das älteste Lehrgebäude der heutigen Humboldt-Universität.

Zellen, Keime und Hygiene im 19. Jahrhundert

Zwei chirurgische Lehrstühle in Berlin

Die Gründung der ersten Berliner Universität im Jahr 1809 war ein Motor für die naturwissenschaftliche Forschung. Das Collegium medico-chirurgicum wurde durch die medizinische Fakultät der Uni ersetzt. Für die zivilen Medizinstudenten mietete man anfangs Wohnungen in der Nähe der Charité an, in denen sie am Patientenbett übten. Acht Jahre später wandelte man eine ehemalige Farbenfabrik in der Ziegelstraße in die erste Chirurgische Universitätsklinik um.

Ehemalige Chirurgische Universitätsklinik in der Ziegelstraße
Ehemalige Erste Chirurgische Universitätsklinik in der Ziegelstraße

Damit gab es zwei chirurgische Lehrstühle in Berlin. Die I. Chirurgische Universitätsklinik in der Ziegelstraße für zivile Medizinstudenten und die II. Chirurgische Universitätsklinik in der Charité für Militärmediziner. Die Ausbildungen verliefen streng getrennt. Vor den Militärärzten sprach man deutsch und vor den zivilen Medizinern Latein.

oben Christoph Wilhelm Hufeland und unten Karl von Graefe
oben C. W. Hufeland und unten Karl von Graefe
Christoph Wilhelm Hufeland wurde 1810 erster Dekan der Medizinischen Fakultät. Der  Begründer der Makrobiotik  strebte eine enge Verbindung zwischen Hochschule und Praxis am Krankenbett an. Der Chirurgie-Professor Karl von Graefe wurde 1818 erster Direktor der chirurgischen Klinik in der Ziegelstraße.

Augenheilkunde war Teilgebiet der Chirugie und wurde im 19. Jahrhundert ein eigenständiges medizinischen Fachgebiet.

Johann Nepomuk Rust
Johann Nepomuk Rust
Der Chirurg Johann N. Rust leitete die chirurgisch-ophthalmologischen Klinik der Charité. 1817 erteilte erstmals klinischen Unterricht in Augenheilkunde. Seine Nachfolger waren Johann Christian Jüngken und Bernhard von Langenbeck. Der letzte Leiter im 19. Jahrhundert war Franz König, der die Nachfolge von Heinrich Adolf von Bardeleben übernahm.Er leitete die II. Chirugische Klinik von 1895 bis 1904.
Albrecht von Graefe
Albrecht von Graefe
Albrecht von Graefe übernahm 1866 die augenärztlichen Abteilung an der Charité. Er gründete das Fach Augenheilkunde, das bis dahin zur Chirurgie gehörte.

Viele Ärzte der Charité lehrten auch an der Medizinische Fakultät der Universität. Die Instutionen vermischten sich und es entstanden gemeinsame Unikliniken.

Johann Lukas Schönlein
Johann Lukas Schönlein
Johann L. Schönlein kam 1839 an die Charité und durfte als erster Arzt zivile Klinikassistenten einstellen.

Die erste Krankenwartschule an der Charité

Johann N. Rust veranlasste 1832 die Gründung der Königlich Preußischen Krankenwartschule an der Charité. Leiter wurde Carl Emil Gedike. Insgesamt 156 Anwärter bestanden die erste Prüfung, davon waren 70% weiblich.

Johann Friedrich Dieffenbach
Johann Friedrich Dieffenbach
J.F. Dieffenbach war einer der ersten deutschen Chirurgen, der seine Patienten mit Äther narkotisierte. Nach seinem Lehrbuch „Anleitung zur Krankenwartung“ wurde in der Krankenwartschule unterrichtet.

Der medizinische Fortschritt erforderte zunehmend qualifiziertes Pflegepersonal. Seit 1850 arbeiteten evangelische Diakonissen in der Charité. Sie wurden an der Krankenpflegeschule von Theodor und Friederike Fliedner in Düsseldorf ausgebildet. Eine Oberin leitete die Station und führte ein strenges Regiment.

Schwestern-Speisezimmer an der Charité um 1900 (Bild: Berliner Medizinhistorisches Museum der Charité)
Schwestern-Speisezimmer an der Charité um 1900 (Bild: Berliner Medizinhistorisches Museum der Charité)

Als Otto von Bismarck 1883 die gesetzliche Krankenversicherung für Arbeiter einführte, richteten vielen öffentliche Krankenhäusern eigene konfessionell ungebundene Krankenpflegeschulen ein. Nun gab es neben christlichen auch weltliche Pflegekräfte.

Die Psychiatrie an der Charité

Um 1840 entwicklete sich aus der Abteilung für Geisteskranke in der Charité die psychiatrische Uni-Klinik. Damals erinnerte die Psychatrie eher an ein Gefängnis. Die Patienten wurden angekettert, geschlagen und mit merkwürdigen Methoden behandelt (z. B. mit der Cox’ Schaukel oder der Autenriethschen Maske).

arite - ehemalige Psychiatrische Klinik
Charite – Ehemalige Psychiatrische Klinik
Anton Ludwig Ernst Horn
Anton Ludwig Ernst Horn
Der Psychiater Ernst Horn leitete die Irrenanstalt der Charité und verbesserte die Situation der Geisteskranken. 1811 wurde er in einem Kunstfehlerprozess frei gesprochen. Nachfolgend leiteten Karl Georg Neumann und Karl Wilhelm Ideler die Psychatrische Uniklinik.
Wilhelm Griesinger vor der alten Psychatrie - einer der Begründer der modernen Psychiatrie
Wilhelm Griesinger vor der alten Psychatrie – einer der Begründer der modernen Psychiatrie

Wilhelm Griesinger  gilt als einer der Begründer der modernen, naturwissenschaftlichen Psychiatrie. Er übernahm 1864 die Klinik und bekam ein Jahr später den ersten Lehrstuhl für Psychiatrie und Neurologie in Deutschland.

Pathologie und Innere Medizin an der Charité

Rudolf Virchow revolutionierte die Medizin mit seiner Zelltheorie. Nun erforschten die Mediziner die Erreger von Milzbrand, Diphtherie, Pest, Tuberkulose, Lepra und Syphilis. Sie entdeckten das Penizillin und experimentierten mit Impfstoffen.

Rudolf Virchow
Rudolf Virchow wurde 1856 Direktor des pathologischen Instituts. Er erkannte das Krankheiten auf Störungen der Körperzellen basieren

Mitte des 19. Jahrhunderts eröffnete das Institut für Pathologie – das Rudolf-Virchow-Haus.  Ein paar Jahre später entstand die medizinische Uni-Klinik.

Das Institut für Pathologie der Carite am Campus Mitte Virchowweg 15
Das Institut für Pathologie der Carite am Campus Mitte Virchowweg 15
Medizinische Klinik der Charite am Campus Mitte am Virchowweg 10 - heute Medizinische Klinik mit Schwerpunkt Onkologie und Hämatologie
Medizinische Klinik der Charite am Campus Mitte am Virchowweg 10 – heute Medizinische Klinik mit Schwerpunkt Onkologie und Hämatologie
Friedrich Theodor von Frerichs
Friedrich Theodor von Frerichs

 

Friedrich Theodor von Frerichs war der erste Direktor der medizinischen Uni-Klinik. Er forschte über Leber und Nieren. Ehrlich arbeite von 1878 bis 1885 als sein Assistent.

 

Paul Ehrlich
Paul Ehrlich
Paul Ehrlich - der Begründer der Chemotherapie- übernahm 1890 im Auftrag Robert Kochs die Tuberkulosestation am Städtischen Krankenhaus Moabit. Ein Jahr später kam er ans Institut für Infektionskrankheiten.

 

Ernst von Leyden
Professor Ernst von Leyden leitete die Medizinische Klinik ab 1876. Er gründete 1903 das erste Krebsforschungsinstitut.

Hygiene und Infektionskrankheiten

Ende des 19 Jahrhunderts erkannte man die Wichtigkeit von Sauberkeit und Desinfektion. Ärzte verwendeten nun antiseptische Wundverbände. 1885 gründete man das Hygiene-Institut der Universität und 1891 das Institut für Infektionskrankheiten.

Das Kaiserliche Gesundheitsamt in der Klopstockstrasse in Berlin um 1900 - Bundesarchiv, Bild 183-2006-0329-500 / CC-BY-SA 3.0
Das Kaiserliche Gesundheitsamt in der Klopstockstrasse in Berlin um 1900 – Bundesarchiv, Bild 183-2006-0329-500 / CC-BY-SA 3.0
Robert Koch
Robert Koch
Robert Koch wurde 1880 an das Kaiserliche Gesundheitsamt berufen und entdeckte dort den Erreger der Tuberkulose. Er lehrte als Professor am Hygiene-Institut und wurde Direktor des Instituts für Infektionskrankheiten.

 

Emil von Behring
Emil von Behring
Emil Adolf von Behring war ein Assistent von Robert Koch. Er entwickelte ein Heilmittel gegen Diphtherie und Wundstarrkrampf (Tetanus) und wurde als „Retter der Kinder“ bekannt.

 

Ernst von Bergmann
Ernst von Bergmann
Ernst von Bergmann führte die Asepsis bei der Wundbehandlung ein und übernahm 1882 den Lehrstuhl von Langenbecks

Kinderheilkunde an der Charité

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts lag die Kindersterblichkeit bei etwa 30 Prozent. 1894 richtete der Internist Johann Otto Leonhard Heubner an der Charité die Universitätsklinik für Kinderheilkunde einEr verbesserte die Säuglingsernährung und forschte  unter anderem zu Tuberkulose, Keuchhusten und Scharlach bei Kindern.

Kurz vor der Jahrhundertwende entdeckte man die Röntgenstrahlen und  Radioaktivität, die heute in der Medizin für Diagnostik und Therapie verwendet werden.

Antibiotika, Chemotherapie und Herzschrittmacher  im 20. Jahrhundert

Anfang des 20. Jahrhunderts lebten in Berlin fast zwei Mio Menschen. An der Charité gab es keinen Strom und die hygienischen Zustände waren katastrophal. SPD, Krankenkassen und Gewerkschaften riefen zum Boykott des Krankenhauses auf. Auf Initiative des preußischen Kultusministers Friedrich Althoff wurde die Charité von 1897 bis 1914 komplett um- und neugebaut.

Denkmal von Friedrich Althoff auf den Charite-Gelände in Mitte
Denkmal von Friedrich Althoff auf den Charite-Gelände in Mitte

Pfleger mit preußischem Krankenpflegeexamen

Die Rot-Kreuz-Schwester Agnes Karll gründete 1903 die erste Berufsorganisation für Krankenpflegerinnen in Deutschland. Sie setzte sich für die Rechte der freiberuflichen Pflegerinnen ein und bot den Mitgliedern Versicherungsschutz und Arbeitsplatzvermittlung.  1907 wurde das preußische Krankenpflegeexamen  eingeführt. Nun konnte man eine Pflegeausbildung mit staatlicher Anerkennung absolvieren. Zum Wintersemester 1908/09 konnten sich Frauen für ein Medizinstudium in Berlin einschreiben.

 August Bier
August Bier
August Bier wurde Nachfolger von Ernst von Bergmann und leitete die Chirurgische Klinik in der Ziegelstraße bis 1933.
Er und sein Assistent Dr. Hildebrandt entwickelten die Lumbalanästhesie. Sie spritzten sich gegenseitig Kokain in den Rückenmarkkanal.

Versorgung der Soldaten im ersten Weltkrieg

Der erste Weltkrieg stellten die Ärzte der Charité vor neue Aufgaben.  Verletzte Soldaten, Durchfallerkrankungen durch schlechtes Wasser, Tuberkulose und Fleckfieber machen sich breit.

 Karl Bonhoeffer
Karl Bonhoeffer
Karl Bonhoeffer übernahm die Nachfolge von Theodor Ziehen und leitete ab 1912 die Klinik für Psychiatrie und Neurologie an Charité. Die Traumata der Frontsoldaten wurden mit Anschreien, Starkstrom und Schein-Exekutionen behandelt.

 

 Jacques Joseph
Jacques Joseph
1916 richtete man für die Kampfgas-Verletzungen der Soldaten in der Nasen- und Ohrenklinik der Charité eine Abteilung für Plastische Gesichtschirurgie ein.Der jüdische Arzt Jacques Joseph (Nasenjoseph) übernahm die Leitung.

1918 ging der erste Weltkrieg zu Ende. Die Monarchie wurde gestürzt und die Weimarer Republik ausgerufen. Durch das Groß-Berlin-Gesetz von 1920 wurde Berlin zur größten Industriestadt Europas.

 Ferdinand Sauerbruch
Ferdinand Sauerbruch
1927 wurde die chirurgische Klinik in der Ziegelstraße - derzeit geleitet von Otto Hildebrand  - als letzte Klinik in die Charité verlagert. Ein Jahr später übernahm der Lungenspezialist Ferdinand Sauerbruch die Leitung. Auf sein Anraten zog die Klinik in die Schumannstraße um.

1929 erreichte die Weltwirtschaftskrise Berlin und die NSDAP zog in das Stadtparlament ein. 1933 ernennt man Adolf Hitler zum Reichskanzler.

NS Schwesternschaft und T4 im dritten Reich

Die Nationalsozialisten strukturierten die Krankenpflege um. Der Reichsbund der freien Pflegerinnen („Blaue Schwestern“) und die NS-Schwesternschaft („Braune Schwestern“) sollten die kirchlichen Verbände des Deutschen Roten Kreuzes, der Diakonie und der Caritas  verdrängen. Dies gelang nicht.

Paul Rostock
Paul Rostock
Nachfolger von Bier wurde – auf ausdrücklichen Wunsch Adolf Hitlers - Georg Magnus, ein Freund des Chirurgen Fritz König. Der brachte aus Bochum seinen Oberarzt Paul Rostock mit, der 1941 die Leitung der Chirurgie übernahm. Als hochrangiger NS-Arzt wurde er im Nürnberger Ärzteprozess angeklagt und  freigesprochen. Max de Crinis leitete ab 1938 die Psychiatrische Klinik der Charité. Dort war er an der Ermordung psychisch kranker Patienten (Aktion T4) beteiligt.

Viele jüdische Ärzte an der Charité gingen ins Exil oder wurden ermordert.

Charité wurde Hauptstadt-Krankenhaus der DDR

Nach Kriegsende begannen die Charité-Mitarbeiter mit den Wiederaufbau der Gebäude und bereits Ende 1945 standen wieder 1550 Krankenbetten zur Verfügung.

Willi Felix
Willi Felix
1946 kam Max Madlener - ein Schüler Sauerbruchs - an die Charité. Er wurde zunächst sein Vertreter und 1949 kommissarischer Nachfolger und Direktor der chirurgischen Universitätsklinik. Als ein Jahr später Willi Felix auf den Lehrstuhl berufen wurde, wurde Madlener Chefarzt am Krankenhaus Am Urban. Er betreute Sauerbruch bis zu seinem Tod.

Die Charité lag in Ost-Berlin, direkt an der 1961 gebauten Berliner Mauer. Bis 1989 war sie führendes Hauptstadt-Krankenhaus der DDR, angegliedert an die Humboldt-Universität. In den 70er Jahren baute man ein neues Bettenhaus mit 21 Stockwerken – eines der höchsten Klinikgebäude weltweit.

Das Bettenhochhaus der Charité im Mai 2013 vor der Sanierung, Foto von Rolf Heinrich
Das Bettenhochhaus der Charité im Mai 2013 vor der Sanierung, Foto von Rolf Heinrich
Helmut Wolff - Porträtfotografie von <a title="User:Mehlauge" href="//commons.wikimedia.org/wiki/User:Mehlauge">Mehlauge</a> - eigenes Archiv, <a title="Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0" href="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0">CC BY-SA 3.0</a>
Helmut Wolff – Porträtfotografie von Mehlauge – eigenes Archiv, CC BY-SA 3.0
Der Psychiater Karl Leonhard leitete ab 1957 die Nervenklinik der Charité. Der Chirurg Hans Joachim Serfling war von 1962 bis 1978 Leiter der chirurgischen Kinik der Charité. Leonhard wurde mit einem Stern der Völkerfreundschaft und Serfling mit einem Vaterländischen Verdienstorden ausgezeichnet. 1978 übernahm Helmut Wolff den Lehrstuhl für Chirugie. 1986 gelang ihm die erste erfolgreiche Herztransplantation an der Charité

Umstrukturierung nach der Wiedervereinigung

Nach der Wiedervereinigung wurde die Berliner Hochschul- und Krankenhauslandschaft komplett umstrukturiert. 1995 wurde das Rudolf-Virchow-Krankenhaus – eine Gartenstadt mit fünfzig freistehenden Gebäuden aus rotem Backstein (Pavillonbauweise)- an die Charité angegliedert.

 DNA-Sequenzierung in der Charité 

Seit 2003 heißen die vier Campusse der medizinischen Fakultäten von Humboldt- und Freier Universität „Charité – Universitätsmedizin Berlin“. Die Gebäude werden seit 2005 von der Charité CFM Facility Management GmbH (kurz: CFM) verwaltet.

Neues Lehr- und Forschungszentrum der Medizinischen Fakultät
Neues Lehr- und Forschungszentrum der Medizinischen Fakultät

2008 wurde des Charité Comprehensive Cancer Center (CCCC) zur Versorgung von Krebspatienten gegründet. Derzeit wird es von Ulrich Keilholz geleitet. Das Bettenhochhaus wurde saniert. Es erstrahlt ganz in weiß.

Charité Berlin - Blick auf das Bettenhaus
Charité Berlin – Blick auf das neu sanierte Bettenhaus

… mehr über  die Charité

Charité – 300 Jahre Medizin für Berlin – 06.02.2012, Artikel in der Berliner Morgenpost

300 Jahre Berliner Charité: Die Pest, die Weiße Frau und eine weitgreifende Kabinettsorder – 2010, Artikel von Sandra Krämer im Deutschen Ärzteblatt

Erster Weltkrieg- Katalysator für die Medizin – 23.07.2014, Artikel aus dem Handelsblatt

Die Charité: Ein Krankenhaus in Berlin – 1710 bis heute – Auszug aus dem Ebook von Ernst Peter Fischer

Die Medizin an der Berliner Charité bis zur Gründung der Universität – Auszug aus dem Ebook von NA Diepgen,NA Heischkel,NA Kuhnert

Die alte Universitätsklinik in der Ziegelstraße – 29.11.2006, Artikel in der  Berliner Zeitung von Clemens Niedenthal

Gesichtsplastiken im Ersten Weltkrieg, Hilfe vom Nasenjoseph – 04.06.14, Artikel in der Berliner Zeitung von Susanne Lenz

Charité bekennt sich zu Gräueltaten ihrer Ärzte in der NS-Zeit – 26. 09.2015 , Artikel in der BZ von Katja Colmenares

 

Ein neues Stadtviertel in Mitte – die Europacity entsteht

Nördlich des Berliner Hauptbahnhofs ensteht Europacity – ein neues Stadtquartier. Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen hat das Bauprojekt „Masterplan Berlin Heidestraße“  auf ihrer Webseite detailliert beschrieben.
Das Gebiet rund um die Heidstraße ist ein ehemaliger Mauerstreifen zwischen Ost- und Westberlin – derzeit ein Gewerbegebiet mit einem Containerbahnhof und Lagerhallen. Auf einem etwa  40 Hektar großen Areal zwischen Nordhafen, Heidestraße und Humboldthafen sollen Wohnungen gebaut und Räume für Büros und Läden entstehen.

Aufschwung und Fall der Heidestraße

Anfang des 18. Jahrhunderts lag das Areal noch ausserhalb der Stadtgrenzen. Das Militär übte hier auf Exerzierplätze und betrieb einige Kasernengebäude.  Zu Beginn des 19 Jahrunderts wurden Karl Friedrich Schinkel und Peter Joseph Lenné mit der Erstellung von Humbold – und Nordhafen beaufragt. Durch den folgenden Aufschwung der Eisenbahn entstanden der Hamburger Bahnhof, der Lehrter Bahnhof und die Trasse der Berliner Stadtbahn. Die Heidestraße wurde ein wichtiger Kreuzungs- und Umsteigepunkt in der Stadt. Die angrenzenden Orte Moabit und Wedding verwandelten sich  dicht besiedelte Stadtteile. Gegen Ende des zweiten Weltkrieges wurde alles schwer zerstört und der Bau der Berliner Mauer brachte den Rest – das Areal wurde zur unbedeutenden Randlage.

Eine Europacity – viele Baupläne

Im Sommer 2006 begann man mit den ersten Planungen und  2009 wurde vom Senat ein Masterplan beschlossen, der die groben Ziele beschreibt. Die Eigentümer der Grundstücke sind die CA Immo und die Deutsche Bahn AG.  Sie managen die Planung und wollen in  zehn bis fünfzehn Jahren fertig sein.

B-Plan II-201c (direkt am Hauptbahnhof)

Berlin - Bauprojekt Europacity am Hauptbahnhof
Berlin – Bauprojekt Europacity am Hauptbahnhof

Laut diesem Plan wird der Europaplatz vor dem neuen Hauptbahnhof über die Invalidenstraße erweitert und soll dem Bahnhof ein großstädtisches Flair geben. Eine TRAM-Station ist bereits in Betrieb. Insgesamt sollen drei Hochhäuser entstehen. Das erste, die Deutschlandzentrale des Mineralölkonzerns TOTAL wurde 2012  fertig gestellt – der Tour Total am neuen Europaplatz.

Bauprojekt Europacity - Blick auf den Total-Tower
Bauprojekt Europacity – Blick auf den Total-Tower
Bauprojekt Europacity - Am Hauptbahnhof im Januar 2017
Bauprojekt Europacity – Am Hauptbahnhof im Januar 2017

Gleich neben dem erweiterten Europaplatz liegt das Museum für Gegenwart, der Hamburger Bahnhof. Hier entsteht ein Kunst- Campus mit Galerien, Ateliers und neuen Wohngebieten.

B-Plan 1-62a (westliche Heidestraße)

Bauprojekt Europacity - Blick auf die Baustelle von der Fennbrücke aus
Bauprojekt Europacity – Blick auf die Baustelle von der Fennbrücke aus

Dieser Plan beschreibt die Absichten auf dem ehemaligen Bahnareal. Hier sollen Wohn- und Bürogebäude, öffentliche Straßen, Plätze, Grünflächen und ein Nahversorgungszentrum gebaut werden. An der Lehrter Straße baut die Groth Gruppe Eigentumswohnungen. Wer das nötige Kleingeld (300.000 – 500.000 EUR ) hat, kann sich dort eine Wohnung kaufen. Vor allen 2 bis 3 Zimmer-Wohnungen sind noch zu haben.

Bauprojekt Europacity - Wohnungsbau an der Lehrter Straße
Bauprojekt Europacity – Wohnungsbau an der Lehrter Straße

Die Freiraumplanung

Die Parks und Grünflächen der neuen Europa-City sollen später vom Berliner Landschaftsarchitekekturbüro relais gestaltet werden, die beim Realisierungswettbewerb 2011 den 1. Preis gewonnen haben.

 

mehr darüber

Glaskubus und Turm für den Hauptbahnhof, Artikel aus dem Tagesspiegel vom 6.12.2016

Europacity: Ein neuer Stadtteil entsteht, Bericht rbb24 vom 27.12.2016

Die Gedenkstätte Berliner Mauer in der Bernauer Straße

Im Kiezdreieck Wedding, Gesundbrunnen und Mitte befindet sich die Gedenkstätte Berliner Mauer. Sie verläuft über 1,4 km entlang der Bernauer Straße. Eine Straßenseite lag im Ostteil und die andere im Westteil der Stadt. Der Verlauf der Berliner Mauer wurde mit Metallstangen nachgebildet.

Gedenkstätte Berliner Mauer - Metallstangen erinnern an den Verlauf
Gedenkstätte Berliner Mauer – Metallstangen erinnern an den Verlauf
Gedenkstätte Berliner Mauer - Echte Mauerreste
Gedenkstätte Berliner Mauer – echte Mauerreste

Das Gedenkstättenareal gliedert sich in vier Bereiche. Wir sind an der U-Bahnstation Bernauer Straße ausgestiegen und bis zum S-Bahnhof Nordbahnhof gelaufen – also rückwärts von D nach A 🙂

Zone D beschreibt den Alltag an der Mauer und Zone C den Bau der Mauer. An den Häuser-Fassaden erzählen Fototafeln die Geschichte vom Errichten der Mauer am 13. August 1961 bis zum Abriss am 9. November 1989.

Gedenkstätte der Berliner Mauer - Fototafeln an den Häuserfassaden
Gedenkstätte der Berliner Mauer – Fototafeln an den Häuserfassaden

Im Bereich B geht es um die Zerstörung der Stadt. Hier befindet sich die Kapelle der Versöhnung.

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Gedenkstätte der Berliner Mauer – Imposantes Graffiti an einer Hausfassade

Der Bereich A thematisiert die Mauer und den Todesstreifen. Ein Denkmal zur Erinnerung an die Opfer kommunistischer Gewaltherrschaft zeigt Porträts der „Mauertoten“ – erschreckend wie viele es waren.

Gedenkstätte der Berliner Mauer - Gedenkmauer der Opfer
Gedenkstätte der Berliner Mauer – Gedenkmauer der Opfer

Von der Aussichtsplattform des Treppenhauses des Besucherzentrums kann man sich einen Wachturm im Grenzstreifen ansehen.

Gedenkstätte der Berliner Mauer - Wachturm im Grenzgebiet
Gedenkstätte der Berliner Mauer – Denkmal Wachturm im Grenzgebiet

Abschließend wird im S-Bahnhof Nordbahnhof die Fotoausstellung „Grenz- und Geisterbahnhöfe im geteilten Berlin präsentiert“.

Die Haltestelle „Gedenkstätte Berliner Mauer“ der TRAM-Linie M10 befindet sich direkt vor dem Besucher- und Dokumentationszentrum. Es ist dienstags bis sonntags von 10 – 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.

Gedenkstätte der Berliner Mauer - Besucherzentrum
Gedenkstätte der Berliner Mauer – Besucherzentrum

Im Gebäude werden auf zwei Etagen interessante historische Fotos und Plakate ausgestellt.

Gedenkstätte der Berliner Mauer - Bild der Fotoausstellung im Besucherzentrum
Gedenkstätte der Berliner Mauer – Bild der Fotoausstellung im Besucherzentrum
Gedenkstätte der Berliner Mauer - Bild der Fotoausstellung im Besucherzentrum
Gedenkstätte der Berliner Mauer – Bild der Fotoausstellung im Besucherzentrum

Die Gedenkstätte Berliner Mauer ist bei schönem Wetter ein lohnenwertes Ausflugsziel – sowohl für Touristen als auch für interessierte Berliner.

 

 

 

 

Berlin leuchtet im Oktober besonders bunt

Der Herbst beginnt, die Tage werden kürzer und Berlin leuchtet. Die Stadt kämpft gegen aufkommende Herbstdepressionen und beleuchtet ihre Sehenswürdigkeiten besonders bunt.  Wie jedes Jahr im Oktober präsentieren Licht- und Videokünstler aus aller Welt ihre Arbeiten.

Das Festival of Lights (FOL)  findet dieses Jahr vom 7. bis zum 16. Oktober 2016 statt.  Seit 2005 wird das Spektakel von der Berlinerin Birgit Zander und ihrem Team von der Agentur Zander & Partner organisiert. In den letzten 15 Jahren wurde das FOL zunehmend internationaler. Es gab unter anderem Veranstaltungen in Moskau und New York. Daher gründeten einige ehemalige Mit-Initiatoren den Verein BERLIN leuchtet e.V.. Sie veranstalten seit 2013 ein individuelleres Berliner Lichterfest. Diesmal in den ersten beiden Oktoberwochen vom 30. September bis zum 10. Oktober.

Die Mitglieder und Partner des Vereins und das Partner- & Sponsorennetzwerk des Festival of Lights übernehmen Patenschaften für einzelne künstlerische Installationen oder beleuchten ihre eigenen Gebäude. Mittlerweile lockt das Lichter-Spektakel etwa zwei Millionen Besucher nach Berlin. Kein Wunder, dass die Berlin Tourismus & Kongress GmbH unter der Marke visitBerlin Partner beider Veranstaltungen ist.

Berlin leuchtet  – die City Ost

Am Alexanderplatz und unter den Linden drängten sich zahlreiche Besucher um zahlreiche Baustellen. Alles blinkt und leuchtet. Für die Touristen werden unzählige Lichterführungen angeboten. Per Light-Bus oder Light-Boot, mit der Kutsche oder mit dem Lastenfahrrad. Lightwalker führen zu Fuß oder sogar joggend durch die Show.

Festival of Lights 2016 - Lightwalker
Festival of Lights 2016 – Lightwalkern

Erstmalig in diesem Jahr war der Berliner Fernsehturm dabei. E.ON. richtete dort den internationalen Wettbewerb  “ART & NATURE” aus. Eine Jury wählte aus allen Einsendungen die zehn besten Videokünstler aus, deren Arbeiten auf den Turm projeziert wurden. Wirklich sehenswert 🙂

Die Videos der Finalisten kann man sich auf youtube anschauen.

Berliner Fernsehturm - Festival of Lights 2016
Festival of Lights 2016 – Berliner Fernsehturm

Vor der blinkenden LED-Fassade des CityQuartier DomAquarée tanzte die Künstlergruppe Vagalume in leuchtenden Kostümen auf blinkenden Hoverboards.

Berlin leuchtet 2016 - Künstlergruppe Vagalume in LED-Lichterkostümen auf blinkenden IO Hawks
Berlin leuchtet 2016 – Künstlergruppe Vagalume in LED-Lichterkostümen auf blinkenden IO Hawks

Ein paar Meter weiter konnte man Großbild-Diaprojektionen der Berliner Firma Spice Event auf dem Berliner Dom bestaunen , u.a. mit Motiven von Enrico Verworner.

Berlin leuchetet 2016 - Berliner Dom
Berlin leuchetet 2016 – Berliner Dom

Um den Bebelplatz waren das Hauptgebäude und die Juristische Fakultät der Humbold-Universität illustriert.

Humbolt-Universität-Festival of Lights 2016
Festival of Lights 2016 – Humbolt-Universität
Juristische Fakultät der Humbolt-Universität-Festival of Lights 2016
Festival of Lights 2016 – Juristische Fakultät der Humbolt-Universität

Die vielen Festivalbesucher buchten über 650000 Übernachtungen. Daher hat das FOL viele Hotel-Partner. Das Hotel de Rome feierte in diesem Jahr 10-jähriges Jubiläum und bestrahlte seine Fassade entsprechend.

Festival of Lights 2016 - Hotel de Rome
Festival of Lights 2016 – Hotel de Rome

Berlin leuchtet – die City West

Im Gegensatz zu den Menschenmassen in der City-Ost konnte ich die Lichtinstallationen am Ernst-Reuter-Platz fast alleine bewundern.

Berlin leuchetet 2016 - Ernst Reuter Platz
Berlin leuchetet 2016 – Ernst Reuter Platz
Berlin leuchetet 2016 - Ernst Reuter Platz
Berlin leuchetet 2016 – Ernst Reuter Platz
Berlin leuchetet 2016 - Ernst Reuter Platz
Berlin leuchetet 2016 – Ernst Reuter Platz
Berlin leuchetet 2016 - Ernst Reuter Platz
Berlin leuchetet 2016 – Ernst Reuter Platz

Auf dem Breitscheidplatz war alles so bunt wie immer.  Die schöne Lasershow am Europa-Center wurde kaum beachtet. Die Gedächtniskirche leuchtete mystisch. In den Fenstern wurden Lichtobjekte von Alfred Wolski inszeniert.

Berlin leuchtet 2016 - Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche und Europa-Center
Berlin leuchtet 2016 – Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche und Europa-Center

Berlin leuchtet  – Brandenburger Tor und Potsdamer Platz

Am Brandenburger Tor konnte ich eine Show der russischen Sandmalerin Aljona Voynova bewundern.

Berlin leuchtet 2016 - Aljona Voynova am Brandenburger Tor
Berlin leuchtet 2016 – Aljona Voynova am Brandenburger Tor

Eine zweite große Video-Installation wurde auf die Fassade der Mall of Berlin projeziert. Eine Künstlergruppe zeigte ein Video zum Thema Berliner Geschichte.

Berlin leuchtet 2016 - Mall of Berlin
Berlin leuchtet 2016 – Mall of Berlin

Sehenswert auch die Lichtinstallation „Mein Licht ist dein Licht“ des libanesischen Künstlers Alaa Menavi –  die leuchtenden Umrisse einer sechsköpfigen Flüchtlings-Familie mitten im Trubel.

Festival of Lights 2016 - Lichtinstallation Alaa Menavi
Festival of Lights 2016 – Lichtinstallation Alaa Menavi

Ruhiger schwammen die leuchtenden LED-Boote auf dem Pianosee am Marlene-Dietrich-Platz.

Berlin leuchtet 2016 - LED-Boote auf dem Pianosee
Berlin leuchtet 2016 – LED-Boote auf dem Pianosee

Das Paul-Löbe Haus war interessant beleuchtet – vermutlich nicht im Rahmen des Lichterfestes. Es gefiel mir aber auch sehr gut 🙂

Paul Löbe Haus leuchtet 2016
Paul Löbe Haus leuchtet 2016

Die schönsten Video-Installationen kann man sich auf dem Youtube-Kanal des Vereins angucken.

Wer hat Berlin erleuchtet?

Seit vielen Jahren ist die Firma NIKKUS Veranstaltungstechnik GmbH aus Berlin-Moabit dabei. Ein weiterer Technikpartner ist die Medientechnik-Firma BTA Video Marketing GmbH aus Berlin-Adlershof. Auf Ihrer Facebookseite haben sie schöne Fotos Ihrer Light-Shows gepostet.

Auch die internationalen Firmen PANI Projection and Lighting  aus Wien und Niantic Labs aus Amerika waren technisch involviert. Niantic hat für das Handyspiel Ingress Festival-of-Lights-Missionen entwickelt, die bis zum 16.10 verfügbar sind.

Die Firma RE:SORB illustrierte die Mall of Berlin, das Brandenburger Tor und auch die Siegessäule am Großen Stern. Auf der Webseite des Vereins Berlin leuchtet werden die beteiligten Künstler vorgestellt.

 

 

 

Moabit – ein Multi-Kulti-Stadtteil mitten in Berlin

Moabit ist ein multikultureller Stadtteil von Berlin-Mitte. Hier leben etwa 75000 Menschen.  Moabit ist eine künstliche Insel, umgeben von Spree und diversen Kanälen. Im Norden liegt der Westhafen und im Osten der Nordhafen. Wer hat sich das nur ausgedacht? Im Westen verläuft der Charlottenburger Kanal, der Spree und Westhafen verbindet.  Fazit: Es gibt hier viele Brücken :-).

Moabiter Brücke mit Bärenfigur
Moabiter Brücke mit Bärenfigur

Prominente Gebäude im Stadtteil sind der Berliner Hauptbahnhof, die Justizvollzugsanstalt Moabit, das größte Kriminalgericht Europas und das Bundesministerium des Innern.  (Architekturliebhaber können sich bei Google eine Liste aller Kulturdenkmäler anschauen.)

Das Lebensgefühl lässt sich mit dem Spruch „Ich komm‘ aus Opfa du Moabit.“ beschreiben. Lokalpatrioten können sich hier den passenden Einkaufsbeutel bestellen. 🙂

Moabit hat auch schöne Ecken 🙂

Der Sommergarten der St. Johannis Kirchengemeinde

Im Sommer eine kleine Oase zwischen Turmstraße und Alt-Moabit. Selbstbedienung, Fußball auf der Großbildleinwand und ein Platz zum Boulen. Nebenan im kleinen Tiergarten wurde gerade eine riesiger neuer Spielplatz gebaut, so daß auch den Kindern nicht langweilig wird. In den letzten fünf Jahren haben die Organisatoren  schon oft gewechselt – Chillig war es immer. Zur Zeit nennt sich der Biergarten Berliner Freiheit und die derzeitigen Betreiber sind engagiert und sehr freundlich.

Liegestuhl im Sommergarten der St. Johannis Kirchengemeinde in Moabit in Berlin
Liegestuhl im Sommergarten der St. Johannis Kirchengemeinde

Die Cafés und Restaurants in der Birkenstraße

Das Cafe Arema liegt direkt am U-Bahnhof  und bietet täglich von 9:00 bis 16:00 Uhr leckeres Frühstück zu moderaten Preisen an. Der gemütlichen Innenraum erinnert an eine spanische Bodega. Im Sommer kann man natürlich auch draußen sitzen. Die schwäbisch geprägten Hauptgerichte und die Wochenkarte sind sehr empfehlenswert.

Um 10:00 Uhr öffnet das Restaurant Lichtblick, das nur ein paar Schritte entfernt liegt. Man kann drinnen und draußen essen. Sonntags gibt es ab 9:00 Uhr Brunch vom Buffet. Mit mehreren Personen besser Plätze reservieren.

Unkonventioneller geht es gegenüber in der Kunstbar Café Tirrée zu. Von 9:00 – 2:00 Uhr morgens kann man hier Kaffee, Chaitee oder selbstgemachte Limonade genießen. Wohnzimmerambiente, Retrodesign und wechselnde Tages-Angebote (meist vegane Kleinigkeiten) . Alles ist selbst gemacht und die Preise sind nicht ganz günstig. Die Betreiber sind hipp, locker und sympathisch .

Traditionelle deutsche Küche gibt es von 12 bis 22 Uhr im Dicken Engel, einem Alt-Berliner Gasthaus mit einer riesigen Gips-Engels-Figur. Für Schnitzelliebhaber ein Muss.

Das asiatische Restaurant Zhou´s Five im ersten Stock des Moa-Bogens bietet ein riesiges All-you-can-Buffet – Essen für jeden Geschmack, vor allem unter der Woche von 12:00 bis 16:30 Uhr besonders günstig.

Etwas weiter entfernt Richtung Perleberger Straße liegt da. Thea & Coffee, wo man von 07:30 – 18:00 Uhr feinsten Kaffee, Tee und Kuchen genießen kann. Einfach entspannt Zeitung lesen und sonst nichts :-).

Moabit verändert sich  …

Momentan wird in Moabit viel gebaut. Als ich vor ein paar Jahren herzog, wurde auf dem Gelände der ehemaligen Paech-Brot-Fabrik gerade der MOA-Bogen fertig gestellt. Nun gibt es hier ein großes Hotel, ein Fitnesstudio und ein riesiger Edeka-Supermarkt. Jetzt entsteht ein paar hundert Meter weiter erneut ein Einkaufscenter auf dem Gelände der alten Schultheiss-Brauerei.

Die Turmstraße wurde fahrradfreundlich umgebaut (einspurig mit breitem Radweg) und nun steht noch die Verlängerung der TRAM-Bahn an, die ab 2020 bis zur Turmstraße fahren soll.

Höhepunkt der Bauarbeiten ist der Bau eines neuen Stadtviertels nördlich des Hauptbahnhofs, die Europa-City.

Uferweg am Nordhafen: Blick auf die Baukräne vor dem Hauptbahnhof
Uferweg am Nordhafen: Blick auf die Baukräne vor dem Hauptbahnhof

Mehr über Moabit …

Das Kiezergebnis der Bundestagswahl vom 24 September 2016

Am 18 September 2016 war Berliner Landtagswahl. Wie hat der Kiez gewählt?

Informativer Kiez-Blog einiger Stadtteilaktivisten

Auf den Seiten „Mit Vergnügen Berlin“ findet ihr einen schönen Fotobeitrag von Charlott Tornow.

Auf „Hey Moabit! Was geht?“  zeigt Jana Mendelski  Fotos von typischen Moabiter Locations.

 

Landtagswahl in Moabit (Mitte 04)

Am 18. September 2016 war  in Berlin Landtagswahl. Es wurden die Politiker gewählt, die das Land Berlin für die nächsten fünf Jahre regieren sollen. Die gewählten Politiker arbeiten im Berliner Abgeordnetenhaus. Für die Organisation der Wahl wurden die zwölf  Berliner Bezirke in 78 Wahlkreise und etwa 2500 Wahlbezirke einteilt. In jedem Wahlbezirk wurde ein Wahllokal eingerichtet. 

Mitte hat als Bezirk die Nummer 01 und besteht aus sieben Wahlkreisen. Im vierten Wahlkreis  „Nördliches Moabit, Westhafen“ leben knapp 30000 Wahlberechtigte. An dieser Wahl haben fast 19000 davon teilgenommen , knapp 5000 per Brief.

An 16 Orten im Kiez konnte gewählt werden. Die Wahlhelfer in den Wahllokalen zählten am Sonntag pro Wahlbezirk 306 bis 662 Stimmen aus. Die meisten haben Marc Urbatsch von den Grünen (24,2%) und Andreas Wiedermann von der SPD (23,7%) gewählt. Zur  weiteren Auswahl standen u.a.  Stephan Rauhut (Linke), Florian Nöll (CDU), Beate Prömm (AfD), Felix Hemmer (FDP) und Lea Frings (Piraten)

Das Moabiter Ergebnis zur Landtagswahl

Landtagswahl in Berlin 2016 - Ergebnis Wahlkreis Mitte 04

Im Brüsseler Kiez

Der Brüsseler Kiez nördlich vom Kanal gehört zum Wedding. In den Straßen rund um die  Beuth-Hochschule wurden drei Wahllokale eingerichtet. Die Ernst-Schering-Schule, das Rathaus Wedding und die Schiller-Bibliothek.  Die Wahlbeteiligung war im 425-Wahlbezirk am höchsten und im 428-Bezirk am geringsten.  Im Wahlkreis 424, in der Gegend um das Virchow-Klinikum, kam die AfD auf 12,2%

  • 428 – 340 Stimmen
  • 427 – 382 Stimmen
  • 426  – 550 Stimmen
  • 424 –  559 Stimmen
  • 425 –  631 Stimmen
Moabit- West – westlich der Beusselstraße

Für die Wahlbezirke 400 bis 402 gab es zwei Wahllokale: das Jugendhaus B8 und das Moabiter Stadtschloss. Die AfD erreichte Spitzenwerte bis 13,8 %.

  • 401  – 394 Stimmen
  • 400  – 522 Stimmen
  • 402  – 564 Stimmen
Moabit- West – Östlich der Beusselstraße

Die Gegend zwischen den U-Bahnhöfen Birken – und Turmstrasse mit den Wahlbezirken 403 bis 413 und 417 wurde durch sechs Wahllokale betreut. Die meisten Stimmen wurden in der katholischen Schule St. Paulus abgegeben, dem Wahllokal für den Wahlbezirk 410.

In der Carl-Bolle-Schule im Wahlbezirk 405 wurden über 10%  AfD-Stimmen ausgezählt. Die Kita in der Emdener Str. zählte im benachbarten Berzirk 407 sogar 11,7%.

Am Grundschulteil der Theodor-Heuss-Gemeinschaftsschule konnten die Wähler aus den Bezirken 403, 404, 406 und 409  ihre Stimmen abgeben. Weitere Wahllokale waren das Rathaus Tiergarten am Mathilde-Jacob-Platz und das Wolfgang-Scheunemann-Haus in der Bredowstraße.

  • 404  – 306  Stimmen
  • 405  – 329  Stimmen
  • 413  – 378 Stimmen
  • 406  – 420 Stimmen
  • 412  –  420 Stimmen
  • 403  –  426 Stimmen
  • 409 –  468 Stimmen
  • 408 –  479  Stimmen
  • 411  –  476 Stimmen
  • 417  –  514 Stimmen
  • 407  – 558  Stimmen
  • 410 –  662 Stimmen
Rund um den Stephan kiez

Im Kiez rund um den Stephanplatz wählten die Menschen in der Hedwig-Dohm-Schule und in der Bruno-Lösche-Bibliothek. Die Stimmabgabe für die Wahlbezirke  414, 419 und 422 erfolgte am Oberschschulteil der Theodor-Heuss-Gemeinschaftsschule.

  • 422  – 392 Stimmen
  • 414  – 401 Stimmen
  • 415  – 406 Stimmen
  • 420  – 460 Stimmen
  • 416  – 497 Stimmen
  • 419  – 634 Stimmen
Moabit-Ost

Hier wählten die Wähler der Bezirke 421 und 423 in der Kita Rathenower Str. , wo auch über 11% der Stimmen für die AfD gezählt wurden. Im Grünflächenamt des Wahlbezirks 418 haben 454 Menschen und  ich unsere Stimmen abgegeben.

Wähen gehen - Vor dem Aufenthaltsraum im Grünflächenamt
Wähen gehen – Vor dem Aufenthaltsraum im Grünflächenamt
  • 421 – 387 Stimmen
  • 423  – 366 Stimmen

Ergebnis in unserem Wahlbezirk 418:

Das Ergebnis der Landtagswahl im Wahbezirk 418 (Mitte 4, nördliches Moabit, Westhafen)
Das Ergebnis der Landtagswahl im Wahbezirk 418 (Mitte 4, nördliches Moabit, Westhafen)
Moabiter Briefwähler

Die Briefwähler wurden in fünf Zonen unterteilt. Sie sprachen sich mehrheitlich für die Grünen aus (Zonen 14B, 14C und 14D). In der Huttenstraße, am Westhafen und rund um die JVA (Zonen 14A und 14E)  lag die SPD vorne.

 

 

Die Wiesenburg Wedding – direkt an der Panke

Zwischen den S-Bahnhöfen Wedding und Humboldhain, abseits der gewohnten Pfade, entdeckte ich einer Einladung folgend, die Wiesenburg.

Das Künstlerhaus ist ein ehemaliges Obdachlosenasyl aus dem Jahr 1896, steht unter Denkmalschutz und liegt direkt an der Panke. Auf der gegenüber liegenden Pankeseite wurde ein Radweg angelegt, den ich demnächst mal ausprobieren werde.

Die Geschichte der Wiesenburg

Mitte des 19. Jahrhunderts wurde der Berliner Asyl Verein gegründet. Prominente Mitbegründer waren der Arzt Rudolf Virchow und die Industriellen Borsig und Bolle. Der Verein sammelte Spenden, kaufte ein Grundstück und beauftragte die Architekten Töbelmann und Schmock mit dem Bau des größten und modernsten Obdachlosenasyls der Welt. Die Berliner fanden schnell einen passenden Spitznamen – die Wiesenburg.

Zunächst konnten hier bis zu 700 Männer viermal im Monat kostenlos essen, baden, übernachten und Ihre Kleider waschen. Im Gegensatz zu den städtischen Asylen menschenwürdig und anonym.  1907 wurde eine Erweiterung für 400 Frauen und Kindern gebaut.

Im 1. Weltkrieges zog das Militär ein und nach dem Krieg hatten viele Stifter kein Geld mehr. Die Stadt finanzierte den Asylbetrieb zunächst,  verpachtete aber das Gelände 1926 an die jüdische Gemeinde. Knapp 10 Jahre später wurde es von den Nazis enteignet. Sie ließen von Zwangsarbeitern Fahnen färben und Waffen bauen.

Am Ende des 2. Weltkrieges war die Wiesenburg großflächig zerstört. Wohnungslose Menschen zogen in das ehemalige Verwaltergebäude ein und übernahmen bis zum Jahr 2014 die Hausverwaltung. So wurde die Wiesenbug im Laufe der Zeit für Handwerker, Kleinbetriebe und Künstler geöffnet.

Weide an der Panke im Wedding in Berlin

Weide an der Panke

Graffiti auf einer Backsteinmauer der Wiesenburg im Wedding in Berlin
Graffiti auf einer Backsteinmauer der Wiesenburg
Mit Geranien bepflanzte Terrasse vor der Wiesenburg im Wedding in Berlin
Mit Geranien bepflanzte Terrasse vor der Wiesenburg
Die blaue Tür ins Nirgendwo?
Die blaue Tür ins Nirgendwo?
Vor der Wiesenburg
Vor der Wiesenburg
Sitzplatz vor der Wiesenburg
Sitzplatz vor der Wiesenburg

Das Haus gehört jetzt der DEGEWO, einer großen städtschen Wohnungsbausgesellschaft, die derzeit den Ausbau plant. Mal sehen, wann man hier die ersten schicken Lofts kaufen kann. 🙁

Ausführlichere Informationen über Vergangenheit und Zukunft der Wiesenburg könnt ihr in einem Artikel von Max Wolf nachlesen (Stand Februar 2016).

Der Verein benötigt Unterstützung und bittet um Spenden. Rettet die Wiesenburg vor der Zerstörung.

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