Friedrich Wilhelm III. wurde am 3. August 1770 in Potsdam geboren. Er war der älteste Sohn von Friedrich Wilhelm II. und seiner zweiten Frau Friederike von Hessen-Darmstadt. Am 16. November 1797 wurde er mit 27 Jahren König und regierte das Königreich Preußen fast 43 Jahre lang.

Friedrich Wilhelm III. – Kindheit als Prinz
Friedrich Wilhelm kam in friedlichen Zeiten zur Welt. Mit dem Frieden von Paris war der siebenjährige Krieg zwischen Großbritannien, Frankreich und Spanien seit sieben Jahren beendet. Seit dem Frieden von Hubertusburg gehörte Schlesien zu Preußen und das Königreich war eine europäische Großmacht. Die Hauptstadt Berlin hatte etwa 150.000 Einwohner. Der preußische König Friedrich (Alte Fritz) regierte im Berliner Schloss und im Stadtschloss Potsdam, wo derzeit etwa 20.000 Menschen lebten. Er lebte in Potsdam auf Schloss Sanssouci und Prinz Friedrich Wilhelm wuchs im nahegelegenen Lehmannschen Haus am Neuen Markt auf. Neben dem Stadtpalais seines Vaters, im Kabinetthaus, wohnte die Familie von Humboldt mit dem dreijährigen Wilhelm und seinem jüngeren Bruder Alexander. Prinz Friedrich Wilhelm hatte eine drei Jahre ältere Halbschwester aus der geschiedenen Ehe seines Vaters mit Elisabeth von Braunschweig-Wolfenbüttel. Prinzessin Friederike lebte bei seiner Großmutter Luise im Kronprinzen-Palais in Berlin. Mit zwei Jahren bekam er eine Schwester Christine, die als Säugling verstarb. Ein Jahr später seinen Bruder Friedrich Ludwig Karl (Prinz Louis) und im Jahr darauf seine Schwester Wilhelmine. Als er drei Jahre alt war, lehrte ihn Geheimrat Christian F. G. Behnisch vor allem Bescheidenheit und Pflichtgefühl. Mit zehn Jahren kam seine Schwester Auguste zur Welt und mit 11 Jahren begann, ab November 1781, seine militärische Erziehung bei Generalleutnant Karl August von Backhof. Im Juli 1783 wurde sein jüngster Bruder Wilhelm geboren.








Friedrich Wilhelm III. wird Kronprinz und gründet mit Luise eine Familie
Am 17. August 1786 starb der alte Fritz und Friedrichs Vater übernahm den Thron. Der 16-jährige Friedrich Wilhelm wurde Kronprinz am Preußischen Hof und erhielt in Berlin Unterricht von Johann Jakob Engel, dem Leiter des königsstädtischen Theaters, der ihn in Philosophie und Moral unterrichtete. Sein Vater ging im Frühjahr des nächsten Jahres eine morganatische Ehe mit der Hofdame Julie von Voß ein, die zur Gräfin von Ingenheim ernannt wurde. Zwei Jahre später verstarb sie im März 1789, kurz nach der Geburt ihres Sohnes Gustav. Seine Mutter Friederike verbrachte ihre Sommer seitdem in Bad Freienwalde. Am 14. Juli 1789 begann in Paris, mit dem Sturm auf die Bastille, die Französische Revolution. Zwei Jahre später, nach der Einweihung des Brandenburger Tors, reiste sein Vater im August 1791 zu einer Versammlung nach Schloss Pillnitz bei Dresden. Die Fürsten von Österreich und Preußen unterzeichneten dort die Pillnitzer Deklaration und erklärten ihre Unterstützung für die französische Monarchie von König Ludwig XVI. Im September heiratete seine 24-jährige Halbschwester Friederike den Duke of York and Albany. Sie zog in die Grafschaft Surrey, ins Oatlands Palace südwestlich von London. Einen Monat später vermählte sich Wilhelm, der spätere König der Niederlande, mit seiner Schwester Wilhelmine. Im nächsten Frühjahr zog die preußische Armee mit Österreich in den ersten Koalitionskrieg gegen Frankreich. Der 22-jährige Kronprinz begleitete seinen Vater und marschierte über Longwy und Verdun bis nach Valmy, wo er im September 1792 seine erste Auseinandersetzung mit der französischen Revolutionsarmee hatte. Im Folgejahr zog er an den Rhein und erlebte die Belagerung von Mainz. Am 26. Dezember 1793 heiratete er seine Verlobte Luise von Mecklenburg-Strelitz und zwei Tage später vermählte sich Prinz Louis mit deren Schwester Friederike. Friedrich Ludwig Karl wurde Leiter eines Dragonerregimentes und sein Hof zog ins Schwedter Schloss. Kronprinz Friedrich und Luise wohnten im Kronprinzenpalais und bekamen, nach der Totgeburt einer Tochter, am 15. Oktober 1795 ihren ersten Sohn Friedrich Wilhelm. Sechs Monate später, kurz nach Weihnachten, starb der Bruder des Kronprinzen und seine Witwe zog mit ihren Kindern Friedrich, Wilhelm und Friederike ins Schloss Schönhausen im heutigen Berlin Pankow. Im Februar des nächsten Jahres heiratete seine Schwester Auguste den Landgrafen Wilhelm II. von Hessen-Kassel und einen Monat später bekam das Kronprinzenpaar am 22. März 1797 ihren zweiten Sohn Wilhelm. Sie kauften das Schloss Paretz im Havelland und ließen den Landsitz von David Gilly umbauen.



Die ersten Jahre von Friedrich Wilhelm III. als König von Preußen
Am 16. November 1797 starb sein Vater im Potsdamer Marmorpalais und hinterließ 48 Millionen Taler Staatsschulden. Der 27-jährige Friedrich Wilhelm wurde neuer König und blieb mit seiner Familie im Kronprinzenpalais. Er beschlagnahmte den Besitz der Gräfin von Lichtenau und verbannte die Mätresse seines Vaters nach Glogau. Zu seiner Huldigung in Königsberg, im darauffolgenden Sommer etwa 3000 Personen ins Schloss eingeladen. Der König unterstützte den Agrarreformer Albrecht Daniel Thaer, der später die erste preußische Lehranstalt des Landbaus gründete. Er plante Steuererhöhungen für den Adel und wollte die Leibeigenschaft auf Landgütern abschaffen, was am Widerstand des preußischen Generaldirektoriums scheiterte. Am 13. Juli 1798 kam seine Tochter Charlotte zur Welt und am 14. Oktober des nächsten Jahres Friederike Amalie, die im Alter von 5 Monaten verstarb. Der König beteiligte sich in den kommenden Jahren nicht an den zweiten Koalitionskriegen gegen Frankreich. Im Jahr 1800 wurde Christoph Wilhelm Hufeland königlicher Leibarzt und Chefarzt der Berliner Charité. Am 29. Juni 1801 brachte Königin Luise ihren dritten Sohn Carl zur Welt. Zwei Jahre später, am 23. Februar 1803, wurde Alexandrine und im nächsten Jahr Ferdinand geboren, der nur zwei Jahre alt wurde. Im Herbst des Jahres 1805 besuchte Zar Alexander I. den König in Potsdam und sie verabredeten eine Kriegsallianz gegen Frankreich. Im folgenden Sommer fuhr das Königspaar zur Kur nach Pyrmont. Nach einer Audienz des Lehrers Valentin Haüy mit seinem blinden Schüler, gründete der König im August 1806 die erste preußische Blindenschule und machte Johann August Zeune zum Direktor. Zwei Monate später erklärte er Frankreich den Krieg. Die preußische Armee verlor die Doppelschlacht bei Jena und Auerstedt und Napoléon besetzte am 27. Oktober 1806 die preußische Hauptstadt Berlin. Die königliche Familie flüchtete ins Exil nach Memel und die Königin erkrankte an Nervenfieber. Im Januar des Jahres 1808 zog die königliche Familie ins Schloss nach Königsberg, wo Königin im Februar ihre Tochter Luise und im Oktober 1809 ihren Sohn Albrecht zur Welt brachte. Nach dem Frieden von Tilsit bestätigte der König am 8. Mai 1809 die Wahl des ersten Berliner Oberbürgermeisters Carl Friedrich Leopold von Gerlach und gründete im August die erste Berliner Universität mit Wilhelm von Humboldt. Im Dezember des Jahres konnte der königliche Hof zurück nach Berlin. Am 4. Juni 1810 machte der König Carl August von Hardenberg zum preußischen Staatskanzler, der die Reformen seines Vorgängers Freiherr vom Stein weiterführte. Im Sommer reiste Königin Luise zu ihrem Vater nach Schloss Hohenzieritz, wo sie am 19. Juli 1810 im Alter von 34 Jahren verstarb .





Die Jahre von Friedrich Wilhelm III. als verwitweter König von Preußen
Kurz nach dem Tod von Luise, führte Kanzler von Hardenberg die Gewerbefreiheit in Preußen ein. Knapp zwei Jahre später erließ er im März ein Gesetz, dass jüdische Einwohner zu preußischen Staatsbürgern machte. In der zweiten Jahreshälfte wurde Napoleons Armee im Russlandfeldzug zum ersten Mal besiegt. Im Juni 1813 wählte Berlin Johann Stephan Gottfried Büsching zum neuen Oberbürgermeister, der während seiner Amtszeit die Schulden der Stadt vor allem durch Steuern auf Immobilien verringerte. Im Oktober siegten die alliierten Truppen in der Völkerschlacht bei Leipzig und marschierten am 31. März 1814 in Paris ein. Napoleon dankte ab und wurde nach Elba verbannt. Am 3. September 1814 wurde in Preußen die allgemeine Wehrpflicht eingeführt und bis zum Juni 1815 wurde Europa im Wiener Kongress neu geordnet. Unter der Leitung von Fürst Klemens von Metternich wurden Preußen die Provinzen Westfalen, Sachsen und Posen zugesprochen. Zusätzlich bekam Friedrich Wilhelm Teile des Rheinlands und Schwedisch-Pommern. Im Frühjahr 1815 kehrte Napoleon für 100 Tage zurück, verlor die Schlacht bei Waterloo und musste endgültig auf die Insel St. Helena. Nach den Kriegen endete die Zeit der Reformen und die Biedermeierzeit begann. Der König gründete mit dem österreichische Kaiser Franz I. und dem russischen Zaren Alexander I. im September in Paris die Heilige Allianz, um die monarchische Ordnung im deutschen Bund wieder herzustellen. Karl Friedrich Schinkel stellte 1818 die Neue Wache für das Königliche Palais fertig. Mit den Karlsbader Beschlüssen führte Preußen im August des Jahres 1819 eine Zensur ein. Eine in Mainz gegründete Kommission verfolgte die Demagogen und spionierte nationalistisch, liberal oder revolutionär organisierte Menschen aus. Der Diplomat Karl August Varnhagen von Ense dokumentierte seitdem das Leben der Hauptstadt in seinen Tagebüchern. Gesellschaftskritische Professoren, Lehrer und Schriftsteller bekamen Berufsverbot und studentische Burschenschaften wurden verboten. Im Jahr 1820 inhaftierte man Turnvater Friedrich Ludwig Jahn und löste seinen geheimen Bund zur Einigung Deutschlands auf. Im Januar des folgenden Jahres stellte man in Berlin die ersten Briefkästen auf. Im Sommer wurde das, von Karl Friedrich Schinkel entworfene, Schauspielhaus eingeweiht und Carl Maria von Weber führte seine Oper Freischütz auf. Im Mai 1822 heiratete Friedrich Wilhelms Tochter Alexandrine den Großherzog Paul Friedrich von Mecklenburg und zog mit ihm auf das Schloss Ludwigslust.




Die letzten Jahre von Friedrich Wilhelm III. als König von Preußen
König Friedrich Wilhelm reiste regelmäßig nach Böhmen ins Kurhaus Beethoven und residierte im Schloss Teplitz. Im Sommer 1822 lernte er im Kurbad Teplitz die 21-jährige Auguste von Harrach mit ihren Eltern Graf Ferdinand Joseph von Harrach und Johanna Christiane Freiin von Rayski kennen. Im nächsten Sommer traf der König die katholische Dresdnerin wieder und die beiden verliebten sich. Sein ältester Sohn Friedrich Wilhelm vermählte sich im November mit der Prinzessin Elisabeth von Bayern. Da auch sie katholisch war, wurde die Trauung des Thronfolgers einmal per procura in der Münchner Residenz und am 29. November 1823 offiziell protestantisch im Berliner Schloss vollzogen. Drei Tage später erklärte der amerikanische Präsident James Monroe mit der Monroe-Doktrin die absolute Unabhängigkeit der nord- und südamerikanischen Staaten von Europa. Am 9. November 1824 heiratete der 54-jährige König erneut. Da Auguste nicht standesgemäß war, fand die Trauung im kleinen Kreis statt. Da seine Frau keine Königin werden konnte, ernannte der König sie zur Fürstin von Liegnitz und Gräfin von Hohenzollern. Auguste wohnte in Prinzessinnenpalais oder verweilte im Schloss Charlottenburg oder im Schloss Schönhausen. Im nächsten Jahr vermählte sich seine jüngste Tochter Luise mit Prinz Friedrich der Niederlande, dem Sohn ihrer Tante Wilhelmine. Die Trauung fand am 21. Mai 1825 im Weißen Saal des Berliner Schlosses statt. Im August wurde der Neue Pavillon im Garten des Schlosses Charlottenburg fertiggestellt und am 7. Dezember die erste deutsche Eisenbahnstrecke zwischen Nürnberg und Fürth eröffnet. Mitte des Monats erfährt der König vom Tod des russischen Zaren Alexander, der am 19. November in Taganrog verstarb. Knapp vier Monate später starb der österreichische Kaiser Franz. Im Dezember 1826 stürzte der König auf einer Treppe, zog sich einen Beinbruch zu und konnte seine öffentlichen Pflichten erst im März 1827 wieder wahrnehmen. Am 26. Mai heiratete sein Sohn Carl die Prinzessin Marie, eine Tochter des Großherzogs Carl Friedrich von Sachsen-Weimar-Eisenach, der am Hof von Weimar lebte. Sein Sohn Wilhelm vermählte sich im Juni 1829 mit Maries jüngerer Schwester Augusta. Im Jahr 1830 begann in Paris mit der Julirevolution die Zeit des Vormärz. Mit beginnender Industrialisierung wuchs der Widerstand gegen die Monarchie. In Berlin kam es zwischen dem 16. und 20. September zu einem Aufruhr der Schneider, der durch den Einsatz von Kavallerie und Infanterie gewaltsam niedergeschlagen wurde. Im August 1831 brach in der Stadt eine Cholera-Pandemie aus, an der bis Februar fast 1.500 Menschen starben. Nach zeitgenössischer Überlieferung soll die Krankheit am Schiffbauerdamm von einem Torfschiffer eingeschleppt worden sein, der am Spreeufer nahe der Panke-Mündung starb. Am dritten Februarsonntag 1832 hielt Friedrich Schleiermacher in der Dreifaltigkeitskirche eine Predigt zum Dank für die Befreiung von der Cholera. Im Mai des Jahres versammelten sich in Bayern rund 30.000 Menschen auf dem Hambacher Schloss zum Hambacher Fest und forderten Freiheit, Bürgerrechte und die Einheit Deutschlands. Der preußische Regierung verstärkte die Überwachung der liberalen und nationalen Opposition. Der König initiierte in den kommenden zwei Jahren die Gründung des Deutschen Zollvereins, um Handelsbarrieren zwischen Mitgliedstaaten abzuschaffen. Im April 1835 starb Wilhelm von Humboldt in Tegel. Im August wurde das Zünden von Feuerwerk bei den Feiern zum 65. Geburtstag des Königs verboten, was zu gewaltsamen Auseinandersetzungen mit dem Militär führte. Bei der sogenannten Feuerwerksrevolution wurden 152 Menschen verhaftet, 25 schwer verletzt und 2 getötet. Im Januar 1836 genehmigte Friedrich Wilhelm den Bau der ersten preußischen Eisenbahnstrecke zwischen Berlin und Potsdam. Im Oktober 1837 starb seine ältere Schwester Wilhelmine. Ein Jahr später wurde die Eisenbahnlinie am 22. September 1838 für den Personenverkehr eröffnet. Zwei Jahre später erkrankte der König schwer und starb am 7. Juni 1840 mit 69 Jahren im Berliner Kronprinzenpalais.







mehr dazu:
Friedrich Wilhelm III. von Preußen, Artikel auf Projekt EPOCHE NAPOLEON von Michael Gnessner
Friedrich Wilhelm III. von Preußen, Preußenchronik, Rundfunk Berlin-Brandenburg, Torsten Rupprich
Luise von Preußen, Artikel auf Projekt EPOCHE NAPOLEON von Michael Gnessner
Hohenzollern-Jahrbuch, Digitale Landesbibliothek Berlin
Luise (Artikel aus Allgemeine Deutsche Biographie), Bayerische Staatsbibliothek
Die Neuordnung Europas 1814/15, lebendiges Museum online, Deutsches Historisches Museum


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